Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Frauen, wie geht's? (Ausgabe IV/2007)

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Foto: Max Lautenschläger


Lassen Sie mich zu Beginn unseres Frauenhefts einen Mann zitieren: „Alle Frauen sind Meister des geflüsterten Wunschzettels“. Das ist von Heinz Rühmann. Hübsch, nicht? Es muss MeisterInnen heißen, würden FeministInnen jetzt sagen. Und vermutlich auch, dass Frauen nicht flüstern, sondern laut sein sollen, für ihre Rechte kämpfen, „sich was trauen“.

Sprechen wir erst mal über den Wunschzettel. Und weil wir in Zeiten der Globalisierung leben, am besten über den internationalen Wunschzettel: Frauen im Sudan wünschen sich etwas zu essen, Frauen im Kongo, den Massenvergewaltigungen zu entgehen. Viele Frauen aus Asien und Osteuropa wünschen sich einen Job in einem reichen Land, Frauen in reichen Ländern wollen genauso gut bezahlt werden wie Männer. Alle Frauen wünschen sich jemanden, der sie liebt, manche wünschen sich ein Kind, andere Verhütungsmittel. Und viele Frauen würden gerne einfach nicht mehr hören, dass sie „zu“ sind: zu emotional, zu männlich, zu weiblich, zu leise, zu laut, zu hübsch oder hässlich.

Wie gehen Wünsche in Erfüllung? Frauen versuchen es auf sehr unterschiedlichen Wegen. Manche sind allerdings so geschwächt, dass sie nur versuchen können zu überleben. Andere kämpfen, sind stark, laut, durchsetzungsfähig. Wieder andere flüstern ihre Wünsche beharrlich und haben damit Erfolg. Sind die Wünsche berechtigt? Ja. Man kann das Feminismus nennen. Oder es einfach richtig finden, dass jeder Mensch in seiner Welt gut leben kann und fair behandelt wird. Diese Ausgabe fragt, wie es für Frauen derzeit mit dem guten Leben und der Fairness aussieht. So viel vorab: Es muss besser werden. Das wäre zu schön.



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