Ich war eine Badelatsche

von Claudia Kotte

Good Morning America. Ein Land wacht auf (Ausgabe III/2009)


Stellen Sie sich vor, Sie liegen unter Palmen im weißen Sand, vor Ihnen einzigartige Korallenriffe, hinter Ihnen riesige Mangrovenwälder und mit den Wellen schwappen Hunderte von Flipflops an den Strand. So ähnlich ergeht es den Bewohnern der Nordküste Kenias schon seit Jahren.

Etwa 200.000 ausgelatschte Treter werden hier jedes Jahr angespült – aus Indonesien, Malaysia, Thailand, Sri Lanka, Madagaskar, Mosambik und Tansania. Und die sind nicht nur ein optisches, sondern auch ein ökologisches Problem, denn der Gummimüll versperrt den vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten den Weg zu ihren Brutstätten.

Die Bewohner von Kiunga an der Nordküste Kenias schlagen nun auf Initiative der Meeresschützerin Julie Church zwei Fliegen mit einer Pantolette, indem sie Trash zu Cash machen. Sie sammeln die Badelatschen am Küstenstreifen und in den Slums von Nairobi, desinfizieren sie, zerschneiden sie, kleben sie zu Blöcken zusammen und verarbeiten sie. Dabei entstehen Ohrringe, Handtaschen, Mousepads, Untersetzer, Tierfiguren und andere Gummi-Accessoires. So haben die Schildkröten freie Bahn und die kenianischen Küstenbewohner Einkommen und Beschäftigung.

 

Gummi-Delphin und Co können über das Internet bestellt werden bei www.uniqueco-designs.com



Ähnliche Artikel

Das ärmste Land, das reichste Land (Die Welt von morgen)

Müll gegen Arztbesuch

Eine Kurznachricht aus Indonesien

mehr


Erde, wie geht's? (Thema: Klimawandel)

Kommt nicht in die Tüte

von Ruth Asan

Kenia hat ein rigides Verbot von Plastiktüten erlassen. Es zeigt erste Erfolge

mehr