Die wichtigsten Exportgüter der Mongolei

Nikola Richter

Was vom Krieg übrig bleibt (Ausgabe I/2007)


1. Kupfer: 51.281.000 US-Dollar

2. Gold: 23.088.000 US-Dollar

3. Molybdän: 7.333.000 US-Dollar

4. Kleidung: 5.189.000 US-Dollar

5. Gekämmter Ziegenflaum: 3.585.000 US-Dollar

6. Ziegen- und Zickenleder: 3.041.000 US-Dollar

7. Fluorit: 2.763.000 US-Dollar

8. Unterwäsche: 1.587.000 US-Dollar

9. Feinkupfer: 938.000 US-Dollar

10. Pferdehaut: 867.000 US-Dollar


1. Kupfer
Nach dem Ende der Sowjetunion stand die Mongolei vor einer wirtschaftlichen Krise: Exporte sanken um die Hälfte, Investitionen um 70 Prozent. Seit 1994 geht es wieder bergauf – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Land besitzt reiche Vorkommen an Gold und Kupfer, die vor allem im Tagebau gefördert werden. Da die Weltmarktpreise für diese Rohstoffe konstant hoch bleiben, erzielt der Bergbau 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Allen kommt der Reichtum aber nicht zugute. 36 Prozent der Bevölkerung in der Mongolei leben von einem Dollar pro Tag.

3. Molybdän
Molybdän ist ein weiches, silbrig-glänzendes Schwermetall. Es entsteht als Koppelprodukt des Kupferbergbaus. Der Großteil der mongolischen Molybdängewinnung wird ins Ausland transportiert. Es kommt beim Flugzeugbau oder zur Herstellung von Turbinenschaufeln, Glühfäden oder Katalysatoren zum Einsatz, zudem macht es als Legierung Stahl härter und temperaturresistenter. Das wertvolle, weil kaum substituierbare Material, wird vor allem in großem Ausmaß um die nordmongolische Stadt Erdenet abgebaut, die wegen ihrer strategischen Bedeutung auf alten Karten oft falsch eingezeichnet wurde. Die dortige Kupfermine ist eine der größten der Welt und wurde 1975 von der Sowjetunion errichtet.

5. Gekämmter Ziegenflaum
Mongolische Ziegen sind für die Qualität ihrer Kaschmirwolle, des feinen Flaums unter der äußeren Haarschicht, bekannt. Der Weltmarktpreis ist in den letzten Jahren eher zurückgegangen. Er lag 2002 bei etwa acht Dollar pro Kilo. Immer öfter werden Kamelhaare und anderes Material unter den Flaum gemischt. Die Viehzucht insgesamt – 30 Millionen Tiere im Jahr 2005 – macht in der Mongolei etwa 98 Prozent der Landwirtschaft aus, da wegen der kurzen Vegetationsperiode kaum Ackerbau möglich ist. Allerdings bedrohen Abholzung, Überweidung, Wilderei und Umweltverschmutzungen durch den Abbau von Kupfer und Gold das monglische Steppensystem. Der 400 Kilometer lange Fluss Ongi, der sich durch die Wüste Gobi schlängelt, ist durch das Goldschürfen schon fast ausgetrocknet.

Quellen: Bulletin des Statistikamtes der Mongolei vom Februar 2006, Zahlen aus dem zweiten Quartal 2006



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