Mantra to go

Johanna Barnbeck

Toleranz und ihre Grenzen (Ausgabe III/2007)


Stellen Sie sich vor, Sie wären gestresst. Dann versuchen Sie es doch mal mit Meditieren. Am besten in authentischem Umfeld. Fehlt Ihnen das nötige Kleingeld, um nach Asien zu jetten? Wer keine Zeit hat, einen echten Tempel zu besuchen, probiert es einfach mit der Buddha Machine: Auf dem zigarettenschachtelgroßen Player mit integriertem Lautsprecher sind drei sich endlos wiederholende Gesangsschleifen gespeichert. Diese Mantras bestehen aus einer Silbe auf Sanskrit, die durch ihr Wiederholen positive Energie freisetzt. Ohne die Wiederholung kann sich die heilende Kraft nicht entfalten und die eigene Läuterung liegt in weiter Ferne. In der Meditation und beim Yoga helfen die Mantras dabei, sich von störenden Gedanken zu befreien. An das batteriebetriebene Gerät können Kopfhörer angeschlossen werden, damit die Mitmenschen sich nicht durch die Suche nach der eigenen Erleuchtung gestört fühlen. Beim Einschalten des Geräts denkt man zunächst kaum an Entspannung: Die akustische Qualität des goldenen Plastikkastens ist nicht die beste, und die Stimmen klingen für unsere Ohren eher quietschig als beruhigend. Trotzdem, die Wiederholung macht’s: Zumindest für einen Ohrwurm reicht es. Und für Einsteiger-Buddhisten, die nicht selbst rezitieren können, bietet die Buddha Machine eine vergnügliche Möglichkeit zu üben, bevor sie sich im ersten Meditations- oder Yogakurs blamieren.



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