Editorial

von Jenny Friedrich-Freksa

Körper (Ausgabe II/2010)

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Foto: Max Lautenschläger


Der stärkste Muskel ist das Herz. Jeden Tag zieht es sich mehr als 100.000 Mal zusammen und pumpt über 12.000 Liter Blut durch den Körper. Manche Menschen glauben, Liebe oder Angst hätten ihren Platz im Herzen, andere wähnen dort die Seele. Im Islam etwa gibt es die spirituelle Vorstellung, das Herz verfüge über eine Kammer für den Geist und eine für die Seele. In unserer Sprache kann das Herz hüpfen, brechen, stillstehen – oder in die Hose rutschen.

Das Herz ist nur ein kleiner Teil des Menschen, wenngleich ein bedeutender. In dieser Ausgabe schauen wir auf unsere Körper, darauf, wie Menschen unterschiedlicher Kulturen sich selbst empfinden, wie sie sich gegenseitig anschauen, welche Bedeutung sie einzelnen Organen geben. Der amerikanische Philosoph Richard Shusterman nennt den Körper unser wichtigstes Werkzeug und kritisiert, dass in den Geisteswissenschaften immer nur der Geist zählt. Der Musiker Alan Courtis aus Argentinien berichtet, wie es sich anfühlt, aus tropischem Klima in die Kälte Spitzbergens zu reisen. Und die Historikerin Ananya Vajpeyi erzählt, weshalb gläubige Hindus im indischen Benares sterben wollen.

Jeder Mensch hat einen Körper – das verbindet. Im Gegensatz zu fast allen anderen Muskeln kommt unser Herz nicht zur Ruhe, nie macht es Pause. Es klopft und klopft, mal lauter, mal leiser. Hören Sie das auch?



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