Der Urmia-See in Iran

von Maximilian Mann

Nonstop (Ausgabe III/2019)

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Dieser Strand ist eine der letzten Stellen am Ufer des Urmia-Sees, an denen man noch baden kann. Foto: Maximilian Mann


Als ich das erste Mal zum Urmia-See in den Nordwesten des Irans gereist bin, war ich erschüttert: Wo noch vor wenigen Jahren die Kinder aus der Umgebung schwimmen gelernt haben, erstreckt sich heute eine Salzwüste. Der See war in den 1990ern noch zehnmal so groß wie der Bodensee, doch mittlerweile sind achtzig Prozent des Wassers aufgrund des hohen Wasserverbrauchs verschwunden. Früher konnte man hier Flamingos beobachten. Jetzt kommen sie nicht mehr, weil sie in dem immer salzigeren Wasser keine Krebse finden.

Dabei ist der See enorm wichtig für die Region und prägt deren Identität. Auch die nächstgelegene Stadt heißt Urmia, was auf Deutsch „Stadt am Wasser“ bedeutet. Der Strand auf diesem Bild ist eine der letzten Stellen, wo man noch baden kann. Viele Iraner verbringen hier ihre freien Tage. Man fährt Tretboot, badet und picknickt am Ufer. Ich kam kaum zum Fotografieren, weil ich ständig von Leuten zum Teetrinken eingeladen wurde. Manche reiben sich auch mit dem salzigen Uferschlamm ein, dem heilende Wirkungen zugesprochen werden.

In den vergangenen Jahren haben viele Menschen wegen des Wasserschwunds protestiert, mit Online-Kampagnen und Demonstrationen. Langsam reagiert die Regierung: Ein neues Forschungsinstitut soll nun nach Möglichkeiten suchen, um die Katastrophe zu stoppen. Für manche Menschen kommt das aber zu spät, denn die kleinen Dörfer am ehemaligen Seeufer sterben aus. Es gibt einfach keine Perspektive mehr, weil immer weniger Touristen kommen und Salzwinde die Ernte zerstören.



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