... in Marokko

Vom Sterben. Ein Heft über Leben und Tod (Ausgabe IV/2012)


Dieses Haus steht in der Altstadt von Marrakesch. Es gehört zu jenen traditionellen marokkanischen Bauwerken, die mit dem arabischen Wort für „Garten“ als „Riad“ bezeichnet werden. Architektonisch ist ein Riad einer römischen Villa nachempfunden: Auf ein bis zwei Stockwerken zeigen mehrere Zimmer auf einen offenen Innenhof, in dessen Zentrum sich ein mit Mosaiken verzierter Brunnen befindet. Betritt man das Haus von den schmalen Gassen der Altstadt aus, gelangt man zunächst in einen Vorraum: Von diesem erreicht man den quadratischen Hof, in dem die Bewohner oft Pflanzen anbauen und Gäste empfangen. Alle Zimmer haben ein Fenster zum Innenhof. Gewöhnlich schenkt der Vater seinem Sohn nach dessen Heirat eines der Zimmer, das dann von ihm, seiner Frau und seinen Kindern als Wohn- und Schlafraum genutzt wird. Heutzutage wohnen allerdings immer weniger Marokkaner in einem Riad, weil es sich die kleiner werdenden Familien finanziell nicht mehr leisten können. Viele Franzosen und Belgier haben die Häuser in den Altstädten aufgekauft und renoviert. Auch dieses Riad ist von einem belgischen Paar in eine Pension umgewandelt worden. 

Zusammengestellt von Michèle Mertens



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