Kurzlebige Kunst

von Francisco Méndez

Jäger und Gejagte (Ausgabe II/2021)

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Auch das Muster dieses prachtvollen Osterteppichs wird nach wenigen Stunden nicht mehr zu erkennen sein. Foto: Getty Images


In der guatemaltekischen Stadt Antigua ist Ostern eine Zeit der intensiven Farben, der Düfte und der religiösen Inbrunst. Die Prozessionen auf den „alfombras“, den Teppichen, sind der Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten: Die Einwohner eines jeden Stadtviertels fertigen dafür in liebevoller Kleinstarbeit über hundert Meter lange „Teppiche“ aus buntem Sägemehl an, die mit Blumen, Tannennadeln und Früchten verziert werden.

Die Straßen eines jeden Viertels erstrahlen also in einem eigenen Design, mit katholischen, aber auch mit indigenen Motiven. Nach der Ostermesse tragen in Roben gehüllte Gläubige dann eine Jesusstatue durch die Viertel. Dabei werden die schönen Teppiche fast vollständig zerstört. Die Tradition, die jedes Jahr Millionen von Menschen anzieht, gibt es bereits seit 1543.

Protokolliert von Jess Smee



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