Eierköpfe

von Giovane Élber

Talking about a revolution (Ausgabe II/2020)

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Foto: Daniel Hofer/ laif


Wer bei uns zu Hause Geburtstag hatte, durfte immer länger im Bett liegen bleiben. Die übrige Familie hat ihm dann das Frühstück gebracht. Unter Kumpels und Freunden gibt es in Brasilien eine andere spaßige Tradition: Wer Geburtstag feiert, kriegt Mehl und Eier an den Kopf geworfen. Ich war der jüngste unter meinen Geschwistern, meine Brüder haben das als Kind immer mit mir gemacht.

Die Hauptsache war, dass ein paar Eier den Kopf treffen und dann das Mehl dazu, damit es richtig an den Haaren geklebt hat. Beim Waschen braucht man schon ziemlich viel Geduld, um das Zeug wieder herauszukriegen. Das Schlimmste war, wenn man die Eier vorher zwei oder drei Tage in der Sonne hat liegen lassen. Dann hat es richtig gestunken.

Als ich 2001 mit dem FC Bayern München im Trainingslager im spanischen Marbella war, hatte mein Mitspieler Roque Santa Cruz Geburtstag. Er kommt aus Paraguay. Da habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, diesen schönen brasilianischen Brauch an ihm auszuprobieren.



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