Der Alltag im reichsten Land der Welt

eine Fotostrecke von Tomás Munita

Das ärmste Land, das reichste Land (Ausgabe III+IV/2018)

  • West Bay, der jüngste Stadtteil der katarischen Hauptstadt Doha

    West Bay, der jüngste Stadtteil der katarischen Hauptstadt Doha

  • Ein Kamelhirte kümmert sich nahe der Grenze zu Saudi-Arabien um seine Tiere

    Ein Kamelhirte kümmert sich nahe der Grenze zu Saudi-Arabien um seine Tiere

  • Weil die Nachbarstaaten Katars 2017 eine Wirtschaftsblockade gegen das Land verhängt haben, fahren auf der Autobahn zwischen Katar und Saudi-Arabien derzeit keine Autos

    Weil die Nachbarstaaten Katars 2017 eine Wirtschaftsblockade gegen das Land verhängt haben, fahren auf der Autobahn zwischen Katar und Saudi-Arabien derzeit keine Autos

  • Eine Eislaufbahn in einem Einkaufszentrum in Doha

    Eine Eislaufbahn in einem Einkaufszentrum in Doha

  • Bauarbeiter in Doha

    Bauarbeiter in Doha

  • Ein Besucher einer Kunstgalerie in Doha blickt auf die Skyline des Stadtteils West Bay

    Ein Besucher einer Kunstgalerie in Doha blickt auf die Skyline des Stadtteils West Bay

  • Familien erfrischen sich am Strand von Doha von der Hitze

    Familien erfrischen sich am Strand von Doha von der Hitze

  • Männer beim Morgengebet in der Moschee der Fakultät für Islamische Studien in Doha

    Männer beim Morgengebet in der Moschee der Fakultät für Islamische Studien in Doha

  • Auf dem zentralen Markt in Doha sind die Preise für Obst und Gemüse seit der Verhängung des Wirtschaftsembargos gegen Katar deutlich gestiegen

    Auf dem zentralen Markt in Doha sind die Preise für Obst und Gemüse seit der Verhängung des Wirtschaftsembargos gegen Katar deutlich gestiegen


Herr Munita, wie kam es dazu, dass eine Ihrer größten Fotoserien in Katar entstanden ist?

Alles begann mit einem Auftrag für die NEW YORK TIMES. Ich sollte dokumentieren, wie sich das saudische Embargo auf den Alltag in Katar auswirkt. Als ich dann 2017 in Doha ankam, entschied ich mich, auch viele Menschen zu porträtieren und vor allem den Reichtum des Landes festzuhalten, der mir trotz des Embargos sofort ins Auge stach. Wenn ich Fotoreportagen mache, dann interessiert mich auch immer das Verhältnis der Menschen zu dem Ort, an dem sie sich aufhalten.

Was faszinierte Sie an Katar besonders?

Ich weiß noch, dass ich sofort begeistert war von der Geometrie und den Formen der Hochhäuser, die in Katar mitten aus der Wüste sprießen. Der Gegensatz zwischen dem toten Land und dem lebhaften Doha hat etwas Mystisches. Ohnehin sind es die Gegensätze, die Katar auszeichnen. Exzentrischer Reichtum und bittere Armut, Moderne und Tradition liegen dort ganz nah beieinander. Das wollte ich auch in meinen Bildern festhalten.

Konnten Sie sich als Fotograf in Katar immer frei bewegen oder gab es auch mal Probleme?

Das war tatächlich nicht einfach. Die meisten Menschen – seien es Ladenbesitzer, Passanten oder Sicherheitsbeamte – waren sehr argwöhnisch, wenn ich auftauchte. Ich hatte zwar eine offizielle Genehmigung der katarischen Regierung, aber trotzdem habe ich im Endeffekt Stunden damit verbracht, mit Polizisten zu reden. Dauernd hat irgendwer die Behörden alarmiert.

Das Interview führte Kai Schnier



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