... Burgenland

von Helmut Weinhandl

Das Paradies der anderen (Ausgabe IV/2019)


Deshalb ist der Ausbau des Bioanbaus im Burgenland ein großes Thema. 32 Prozent der Äcker werden hier heute schon ökologisch bewirtschaftet. Das ist mehr als im österreichischen Landesdurchschnitt (25 Prozent). Auch große Bauern haben in den vergangenen Jahren umgestellt, wegen der EU-Förderung für Bioanbau. Die kleinen Bauern sind aus Überzeugung dabei. Ich selbst habe ein kleines Feld, auf dem ich naturbelassen anbaue. Ich dünge nur mit Pferdemist oder normalem Mist und habe nicht mal Bewässerung.

Im Burgenland sind die Felder oft sehr klein und hier herrscht viel Wind. Wenn einer, der konventionell anbaut, spritzt, dann verwehen die Pestizide. Es kommt zu Konflikten mit den Biobauern in der Nachbarschaft. Der neue Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil, hat Mitte Mai ein Förderprogramm aufgesetzt: Bis 2027 sollen fünfzig Prozent der Anbauflächen »bio« sein. Kleine Bauern können sich allerdings die Zertifizierung für das Biosiegel oft nicht leisten, denn die Kosten für die damit verbundenen Auflagen und Kontrollen sind hoch. Die Bauern produzieren dann naturbelassen, also nicht zertifiziert, das ist Vertrauenssache. Aber ich kenne alle Bauern, von denen wir das Obst und Gemüse für unseren Laden beziehen, persönlich.

Protokolliert von Timo Berger



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