Was Franzosen mit der Zahl 36 sagen

Elise Graton

Großbritannien (Ausgabe I/2010)


In französischen Redewendungen taucht häufig die Zahl 36 auf. Wenn jemand die Geduld verliert, bekommt man zu hören: „Ich werde das nicht 36-mal wiederholen!“ Darauf bietet es sich an zu entgegnen: „Ich kann aber nicht 36 Sachen gleichzeitig machen!“ „Also gut“, bringt sich ein Dritter ein, um die Lage zu schlichten, „dann sehe ich für unser Problem keine 36 Lösungen“ – sondern nur eine, meint er damit. Ja, und wer in Frankreich einen Schlag auf den Kopf bekommt oder einfach in Ohnmacht fällt, sieht keine Sterne, sondern 36 Kerzen.
Warum eigentlich nicht gleich 37 oder gar 1.413? Diese Frage verführt zur Grübelei: 36 ist das Quadrat von sechs, aber auch die Ordnungszahl des Edelgases Krypton, Ungarns Telefonvorwahl, 36 schwarze Tasten hat das Klavier, und wer drei Dutzend Eier auf einmal kauft, muss wohl eine sehr große Familie zu ernähren haben. Das alles hilft leider gar nicht weiter. Die Franzosen haben die Zahl 36 als Synonym für „viel, häufig, haufenweise“ auserwählt und damit basta.
Wer doch noch weiter in diesem Thema herumstochert, erntet möglicherweise folgenden Spruch: „Ach was, 36 Pobacken machen ja schließlich nur 18 Hintern!“ Das entgegnete meine Großmutter auf meine Frage, warum denn ausgerechnet die 36 so prominent ist, und es bedeutet so viel wie „Schluss mit der Diskussion!“. Schön, dass man nicht immer alles erklären muss.



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