Zeichnen im Raum

Was bleibt? (Ausgabe I/2016)


Stellen Sie sich vor, Sie wollen auch endlich einmal wissen, was es mit der viel besprochenen Faszination des 3D-Druckens auf sich hat, haben aber keine Lust, dafür Tausenden von Euro auszugeben. Hier könnte der 3Doodler die Lösung sein. Mit diesem 3D-Drucker-Stift lassen sich freihändig dreidimensionale Modelle aus Kunststoff anfertigen – ganz ohne Computer und Spezialsoftware. Das Gerät hat die Form eines klobigen Kugelschreibers, in den ein dünnes Stäbchen aus Kunststoff gesteckt wird. Diese gibt es in fünfzig verschiedenen Farben und aus zwei Sorten Plastik: entweder aus Stärke und damit biologisch abbaubar oder auf Erdölbasis. Im Stift wird der Kunststoff verflüssigt, bevor es als formbarer Strahl an der Spitze hervorquillt. An der Luft verfestigt sich sie Masse und erstarrt zu bunten Fäden.

Sie sollten allerdings keine zu empfindliche Nase und Ohren haben. Der Gestank von erhitztem Gummi und das überaus nervenzehrende Geräusch des Lüfters könnten sonst Ihre Freude trüben. Überhaupt ist der Stift nichts für Künstler unter zwölf Jahren, da man sich an der Spitze leicht verbrennt. Die Handhabung des Geräts erfordert darüberhinaus einige Übung und viel handwerkliches Geschick. Bevor aus unförmigen Gummihäufchen und Schnüren Kunstwerke entstehen, dauert es seine Zeit. Doch Schritt für Schritt wird man von der Faszination der eigenen Kreationen, die buchstäblich in der Luft entstehen, gepackt. Und wenn man von seiner künstlerischen Ader am Ende doch nicht restlos überzeugt sein sollte, kann man den 3Doodler immer noch dazu benutzen, um Gegenständen aus Kunststoff zu reparieren.

Den 3Doodler gibt es für 99 Euro bei www.getdigital.de
Zusammengestellt von Julia Rutz



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