Mamas und Papas

John Magiriba Lwanga

Russland (Ausgabe III/2015)


Um zur Familie zu gehören, muss man nicht blutsverwandt sein. Adoptionen sind gang und gäbe. Als während des Genozids im Nachbarland Ruanda viele Menschen nach Uganda flohen, wurden sie oft von fremden Familien aufgenommen. Das geschah meist inoffiziell, ohne viel Bürokratie. Aus Unbekannten wurden so Verwandte. Die Grenzen zwischen Familie und Freunden nimmt man oft kaum wahr.

Dass ugandische Kinder mehrere Mütter und Väter haben, ist daher nicht unüblich. Um bei so vielen Elternteilen trotzdem nicht den Überblick zu verlieren, beinhalten die Kosenamen häufig den Ort, in dem die Personen leben. So kann ein Kind eine „Mama Kampala“, eine „Mama Kasese“ und einen „Papa Entebbe“ haben. Willkommen in der Großfamilie!



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