Mamas und Papas

John Magiriba Lwanga

Russland (Ausgabe III/2015)


Um zur Familie zu gehören, muss man nicht blutsverwandt sein. Adoptionen sind gang und gäbe. Als während des Genozids im Nachbarland Ruanda viele Menschen nach Uganda flohen, wurden sie oft von fremden Familien aufgenommen. Das geschah meist inoffiziell, ohne viel Bürokratie. Aus Unbekannten wurden so Verwandte. Die Grenzen zwischen Familie und Freunden nimmt man oft kaum wahr.

Dass ugandische Kinder mehrere Mütter und Väter haben, ist daher nicht unüblich. Um bei so vielen Elternteilen trotzdem nicht den Überblick zu verlieren, beinhalten die Kosenamen häufig den Ort, in dem die Personen leben. So kann ein Kind eine „Mama Kampala“, eine „Mama Kasese“ und einen „Papa Entebbe“ haben. Willkommen in der Großfamilie!



Ähnliche Artikel

Was bleibt? (Thema: Erinnerungen )

Der Schmerz meiner Großmutter

von Marianne Hirsch

Wie traumatische Erinnerungen über Generationen hinweg weitergegeben werden

mehr


Körper (Thema: Körper)

Gefangen oder frei?

von Helena Waldmann

Die Theaterproduktion „BurkaBondage“ erkundet die Sehnsucht nach Bindungen

mehr


Ich und die Technik (Bücher)

Wenn Menschen ihre Heimat verlassen

von Thomas Hummitzsch

Der Journalist Karl-Heinz Meier-Braun stellt den aufgeregten Debatten über Einwanderung nüchtern die Fakten gegenüber und räumt so mit einigen Mythen auf

mehr


Erde, wie geht's? (Worüber spricht man in ...)

... Adjumani?

von Ochan Hannington

Der Adjumani-Distrikt im Norden Ugandas ist zum größten Teil trocken und heiß. Zurzeit ist das Hauptgesprächsthema dort der Konflikt um die Ressourcen in seinem kühleren und fruchtbaren Regenwaldgebiet Apaa. 

mehr


Une Grande Nation (Theorie)

Die Scham der Vergangenheit

von Sigitas Parulskis

 Warum das Erinnern in Litauen so schwerfällt

mehr


Neuland (Thema: Flucht)

„Menschen in Seenot rufen uns an“

ein Interview mit Lisa Groß

Die Initiative Alarmphone hilft Geflüchteten auf ihrer gefährlichen Reise über das Mittelmeer. Ein Gespräch mit der ehrenamtlichen Helferin

mehr