Auswärtige Kulturpolitik

Gudrun Czekalla

Ganz oben. Die nordischen Länder (Ausgabe I/2008)


Bleibt die Auswärtige Kulturpolitik Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens nationalen Interessen verpflichtet oder stellt sie sich in den Dienst der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Gemeinschaft? Welchen Grad der Europäisierung hat die AKP in den drei genannten Ländern genommen? Diesen Fragen geht Julia Sattler auf der Basis der Integrationstheorie des Neofunktionalismus nach, derzufolge die Integration in einem Politikbereich die Ausweitung auf weitere Bereiche nach sich zieht. Untersuchungszeitraum sind die vier Jahre vor der Etablierung der GASP sowie deren erste zehn Jahre in der politischen Praxis. Der empirische Teil der Studie analysiert die Auswärtigen Kulturpolitiken anhand der Programmarbeit von British Council, Goethe-Institut und Direction Générale. Die Autorin weist nach, dass eine stärkere Eingliederung der Auswärtigen Kulturpolitik in die Außenpolitik der jeweiligen Länder und eine zunehmende Politisierung stattgefunden hat. Insgesamt aber, so ihr Fazit, haben sich die deutsche, britische und französische Auswärtige Kulturpolitik lediglich in einzelnen Bereichen und Regionen angenähert. Eine wirkliche Integration sei bislang nicht erfolgt. (Cz)

Nationalkultur oder europäische Werte? Britische, deutsche und französische Auswärtige Kulturpolitik zwischen 1989 und 2003. Von Julia Sattler. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag, 2007. 359 Seiten.



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