Liebeserklärung aus buntem Plastik

von Karola Klatt

Das Deutsche in der Welt (Ausgabe IV/2010)


Stellen Sie sich vor, Sie sollen aus Legosteinen das Brandenburger Tor nachbauen. Wie viele Klötzchen bräuchten Sie wohl dafür? Viel zu viele, denken Sie, und ohne seitenlange Stein-für-Stein-Bauanleitung geht das gar nicht. Wie es aber doch gelingen kann, mit nur einer Handvoll Legosteinen die Essenz einer Stadt wie New York darzustellen, beweist der Illustrator und Designer Christoph Niemann. Ganze vier Sechser und drei Zweier braucht er für das Empire State Building und kann mit minimaler farblicher Abänderung sogar den Freudentaumel der irischstämmigen Amerikaner an ihrem Festtag, dem St. Patrick’s Day, darstellen. Manhattan aus der Vogelperspektive baut er mit drei Steinen. Ein grüner Achter ist der Centralpark, der hält den Stadtteil zusammen. Der besondere Charme der Metropole steckt für Niemann aber auch in ihren Details.

Ob Sonntagszeitung, Metrokarte, Hotdog oder Ticket für das Falschparken unter dem Scheibenwischer – alles lässt sich mit wenigen Legosteinen originalgetreu wiedergeben. Und auch prominente Ikonen New Yorks wie das Flatterkleid von Marilyn Monroe oder die Frisur von Donald Trump setzt Niemann in Plastik in Szene. Eine Anleitung zum Kreativwerden und Selbermachen ist das. Versuchen Sie es doch auch mal beim nächsten Aufräumen des Kinderzimmers. Vielleicht beginnen Sie mit Berliner Weiße mit Schuss?

I LEGO® New York. Von Christoph Niemann. Knesebeck Verlag, München, 2010.



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