Ausgabe III+IV/2018 - Das ärmste Land, das reichste Land



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Editorial

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Vor wenigen Jahrzehnten noch zogen in Katar Beduinen mit ihren Tieren durch die Wüste. Heute ist das Emirat das reichste Land der Welt. Die Menschen leben in Villen und Hochhäusern. In Doha zeigt sich, was man mit viel Geld alles bauen kann: prestigeträchtige Sportstadien, prächtige Museen und Bibliotheken. Seinen Reichtum verdankt Katar riesigen Vorkommen an Erdöl und Erdgas. Der Herrscher des Landes, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, ist klug genug, sein Volk an diesem Vermögen teilhaben zu lassen. Wer einen katarischen Pass besitzt, dem geht es gut. Doch sind dies nur etwa zwölf Prozent der 2,8 Millionen Menschen, die tatsächlich in Katar leben.

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Inhalt

 

 

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Die Welt von morgen

Antarktis: Selbstversorgende Schnecke

In den Tiefen des Ozeans vor der antarktischen Küste wurde eine Schneckenart entdeckt, die sich auf noch nie zuvor gesehene Weise ernährt: Die Schnecke Gigantopelta chessoia bildet aus einer Drüse der Speiseröhre ein neues Organ, das beinahe das gesamte Schneckenhaus ausfüllt. 

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Brasilien: Jeder Tag ein Veggie-Day

Im brasilianischen Bundesstaat Bahia wurden weltweit die ersten vegetarischen Schuldistrikte eingeführt. 

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Senegal: Jobs trotz Behinderung

Drei von vier Senegalesen mit einem Handicap haben keinen Job. Das soll sich ändern: Ein neues Gesetz bietet finanzielle Anreize für Unternehmen, wenn sie Menschen mit Behinderung anstellen. 

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Estland: Nahverkehr für alle

Seit dem 1. Juli 2018 ist Estland das erste Land, das seinen Bürgern kostenlosen Nahverkehr ermöglicht.

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China: Es grünt im Reich der Mitte

Naturschutz und Wälder spielten in Chinas wirtschaftlichem Wachstum eine eher unwichtige Rolle. Bis 2020 sollen nun 666 Millionen Hektar Wald gepflanzt werden, das entspricht einer Fläche so groß wie Irland. Die Ziele sind hoch gesteckt: Bis 2050 sollen gar 43 Prozent der gesamten chinesischen Landoberfläche von Wald bedeckt sein. Aktuell sind es lediglich 22 Prozent.

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Indonesien: Müll gegen Arztbesuch

Sechzig Prozent der indonesischen Bevölkerung können sich keine Krankenversicherung leisten. Gleichzeitig produziert das Land weltweit die zweitgrößte Menge an Plastikmüll.

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Kulturort

Die Maunsell- Seefestungen

Stephen Turner

Wer an der Themse-Mündung auf das Meer blickt, sieht am Horizont winzige Punkte, die aussehen wie vor Anker liegende Schiffe. Es sind die »Maunsell Sea Forts«, ehemalige Wehranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, die acht Meilen vor der Küste vor sich hin rosten.

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Was anderswo ganz anders ist

Indien: Heilige Antilope

Kumar Prashant

Am Anfang war die Welt ein großes Etwas, das sich entzweite: in einen männlichen und einen weiblichen Teil, so heißt es in hinduistischen Mythen. Die beiden Teile verwandelten sich der Reihe nach in alle heute existierenden Lebewesen.

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Samoa: Gemeinschaft geht durch den Magen

Falefatu Tamotu

Es gibt ein Ritual für den Sonntag auf Samoa: Wir kommen als Familie zusammen und bereiten den Umu vor, unseren Erdofen. Zuerst wird ein Holzstapel aufgehäuft, mitten hinein kommen Flusssteine.

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Worüber spricht man in: Hongkong?

Donald Lee Lap Tak

Seit März diskutieren wir in Hongkong über die Kultur der inflationären Überstunden. Nachdem ein Fahrer des Busunternehmens KMB aus Übermüdung einen Unfall mit vielen Toten verursacht hatte, stellte sich heraus, dass er über zwölf Stunden am Stück arbeiten musste.

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Mosambik: Geister der Versöhnung

Mia Couto

In Mosambik ist der Glaube an Geister weit verbreitet. Man ist davon überzeugt, dass wir alle von sichtbaren und unsichtbaren Kräften geleitet werden.

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Wie ich wurde, was ich bin

Poetischer Weltbürger

Jonas Mekas

Jonas Mekas, 1922 im litauischen Semeniskiai geboren, gelangte nach Jahren des Krieges und der Flucht 1949 nach New York. Er ist Filmemacher, Autor und Poet und gilt als »Pate des amerikanischen Avantgarde-Kinos«.

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Ein Haus in:

Ein Haus in: Oman

Kai Schnier

Das Haus der Familie Al Jafaari steht in dem omanischen Fischerdorf Al Ashkharah. Hier wohnen Salim Said Ali Al Jafaari, der älteste Sohn der Familie, und fünf seiner Geschwister zusammen mit ihren Eltern, Großeltern und einigen anderen Verwandten.

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Themenschwerpunkt

Luxus und Elend

Paul Collier

Manche Länder sind unermeßlich reich, andere scheitern trotz vieler Ressourcen. Ein paar Gedanken über Ungleichheit und wie sie sich bekämpfen lässt

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»Verhindern, dass Städte kollabieren«

Aisa Kirabo Kacyira

Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in Städten. Gerechtigkeitsfragen werden hier entschieden. Ein Gespräch mit Aisa Kirabo Kacyira

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»Sie halten am Glauben an eine Zukunft fest«

Karen Abbs

Wie reagieren Menschen auf extreme Unsicherheit und wie kann man ihnen helfen? Ein Gespräch mit der Expertin für Krisenregionen Karen Abbs

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Bangui, du Schreckliche

Adrienne Yabouza

Anschläge, Raubüberfälle, Wasserknappheit – der Alltag in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik ist hart. Dennoch leben die Menschen hier sicherer als im Rest des Landes

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Geschlossene Gesellschaft

Khalid Albaih

In Katars Hauptstadt Doha leben viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Zusammen kommen sie nicht

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Neuerfindung der Nation

Katar investiert massiv in Kunst und Kultur. Denn künftig will das Land nicht mehr allein vom Öl- und Erdgasgeschäft leben

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Machtkampf am Golf

Christopher Davidson

Vor einem Jahr haben die Nachbarstaaten Katars ein Embargo gegen das Emirat verhängt. Wie ist die Lage heute? 

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»Unsere Realität ist witzig genug«

Hamad Al-Amari

Worüber lacht man in Katar? Der Comedian Hamad Al-Amari ergründet den Humor seiner Landsleute

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Frau am Steuer

Nada Zeidan

Von der Tabubrecherin zum Idol: Die erste Rallyefahrerin der arabischen Welt erzählt, wie sie zum Motorsport kam und sich in einer Männerdomäne zu behaupten lernte 

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Blutgetränkter Boden

Judicaël-Ulrich Boukanga Serpende

Immer wieder kommt es in unserem Land zu massiven Gewaltausbrüchen. Wie die Menschen gelernt haben, mit der Allgegenwart des Todes umzugehen

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»Diamanten finanzieren Kalaschnikows«

James Shikwati

Für den Ökonomen James Shikwati spiegeln sich in der Zentralafrikanischen Republik die Probleme eines ganzen Kontinents. Im Interview erklärt er, warum es für das Land trotzdem Hoffnung gibt 

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Arm in Katar, reich in der Zentralafrikanischen Republik: Der 350-Euro-Hungerlohn

Vani Saraswathi

88 Prozent der berufstätigen Menschen in Katar sind Arbeitsmigranten. Bal Krishna Gautham ist einer von ihnen. 

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Arm in Katar, reich in der Zentralafrikanischen Republik: Der Milliardär von Boy-Rabe

Es ist kein Zufall, dass einer der reichsten Männer der Zentralafrikanischen Republik ein Politiker ist. 

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"Ich bin Optimist"

Moussa Abdoulaye

Wie macht man in einem Krisenstaat Politik?­ Moussa Abdoulaye, Sonderberater des ­Präsidenten, erzählt aus seinem ­Arbeitsalltag

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Putins Planspiele

Jack Losh

Früher war Zentralafrika der Spielball westlicher Kolonialmächte. Heute versucht vor allem der Kreml, sich politischen Einfluss zu verschaffen

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Unregierbar

Warum der schwache Staat eines der größten Probleme des Landes ist

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Dohas Sprachrohr

Hazem Saghieh

 Al Jazeera galt lange als Hoffnungsträger eines neuen arabischen Journalismus. Wie der katarische Fernsehsender allmählich von der Politik vereinahmt wurde

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Das Bürgerradio

Sylvie Panika

Wer in der Zentralafrikanischen Republik kritisch berichtet, riskiert viel. Die Chefredakteurin von Radio Ndeke Luka erzählt

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Wir sind Mütter, wir sind wütend

Marie-Thérèse Boubande

Wie Frauen sich bei bewaffneten Milizen Respekt verschaffen und sich für Versöhnung einsetzen

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Anleitung zur Flucht

Kai Schnier

Wie bewegt man Kindersoldaten dazu, die Waffen niederzulegen? In Zentralafrika versuchen es NGOs mit Flugblättern und Radioprogrammen.

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Berühmt in Katar

Gundula Haage

1. Al-Mayassa bint Hamad Al Thani
Kunstmäzenin und Schwester des Emirs
Das Kunstmagazin ArtReview kürte die 35-jährige Al-Mayassa bint Hamad Al Thani zur mächtigs... mehr


Berühmt in der Zentralafrikanischen Republik

Kai Schnier

1. Idylle Mamba
Sängerin
Die »Stimme der Zentralafrikanischen Republik« wird Lydia Natacha Mamba Danga heute genannt. Die jüngste Tochter einer Familie mit 16 Ki... mehr


»Wir wollten die Bücher feiern«

Ellen van Loon

Katar investiert massiv in Bildung und hat dafür einen eigenen Stadtteil gebaut: die Education City. Die niederländische Architektin Ellen van Loon hat gemeinsam mit Rem Kohlhaas eine neue  Bibliothek entworfen

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Das Land, das es nie gab

Erst weißer Fleck, dann Kolonie: Wie aus Ubangi-Schari die Zentralafrikanische Republik wurde

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Der Alltag in Katar

Gundula Haage

Anziehen
Männer tragen ein langes weißes Gewand, »Thawb«, und einen weißen Kopfschutz »Ghitra«, der mit »Igal«, einem schwarzen Band, festgehalten wird. Jeder ka... mehr


Der Alltag in der Zentralafrikanischen Republik

Gundula Haage

Begrüßen
»Nzonî gango« (Willkommen) oder »bara âla, bara mo« (Ich grüße dich) sagt man auf Sango, wenn man sich begrüßt. Unter engen Freunden schüttelt man sich ... mehr


In Gottes Namen

Michaël Eustache Mounzatela

Warum es nicht der Glaube ist, der Christen und Muslime in der Zentralafrikanischen Republik trennt

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Sport und Spiele

Liudmila Kotlyarova

Die nächste Fußball-Weltmeisterschaft findet in Katar statt. Wie Großveranstaltungen dem kleinem Emirat zu neuem Glanz verhelfen sollen

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Der Heiratsantrag

Auszug aus »Nago et sa grand-mère« (Copyright: L'Harmattan, Paris, 2017)

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Die Fotografen: William Daniels

William Daniels

Herr Daniels, zwischen 2013 und 2016 haben Sie die Zentralafrikanische Republik zehnmal bereist. Woher rührt dieses Interesse?

Ich arbeite meist an Langzeitproje... mehr


Die Fotografen: Tomás Munita

Tomás Munita

Herr Munita, wie kam es dazu, dass eine Ihrer größten Fotoserien in Katar entstanden ist?

Alles begann mit einem Auftrag für die NEW YORK TIMES. Ich sollte dokum... mehr


Weltreport

Nur für Japaner

Pallavi Aiyar

Der Mythos von der einzigartigen ethnischen Reinheit der eigenen Bevölkerung verstellt den Blick auf den Rassismus im Land 

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In Europa

Was von Ungarn übrig blieb

György Dalos

 Mit dem Friedensvertrag von Trianon verlor das Land 1920 ein Drittel seiner Einwohner. Das Trauma wirkt bis heute

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Orte des Übergangs

Valerio Vincenzo

Nur selten sind die Grenzen innerhalb Europas als solche erkennbar. Eine Bilderreihe macht sie sichtbar

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Weltreport

»Menschen sind beim Sprechen sehr erfindungsreich«

Morten H. Christiansen

Der Sprachwissenschaftler Morten H. Christiansen erklärt, warum Sprachen, die von vielen gesprochen werden, einfacher werden

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Theorie

Cracker und White Hat Hacker

Benjamin Peters

Im Cyberspace wird um Macht und Einfluss gekämpft. Die Aufmerksamkeit gilt vor allem den russischen Hackern. Doch das Bild, das wir von ihnen haben, setzt sich zusammen aus Stereotypen und viel Fantasie  

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Praxis

Der Dschungel im Dom

Dilay Avci

Geflüchtete und Helfer aus 24 Nationen gehen mit ihrer Theaterbühne auf Tour

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Umfrage

Anruf bei ...

Anruf bei … Idil Baydar

Idil Baydar

Geht es bei #MeTwo nur um Einzelfälle?

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Ich bin dafür, dass...

Ich bin dafür, dass ... wir den Europäischen Menschengerichtshof stärken

Peter Steudtner

Drei Jahre dauert es laut offiziellen Angaben des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), bis eine Entscheidung oder ein Urteil vorliegt. Manche müssen noch länger warten, wenn sie einen Fall von Menschenrechtsverletzungen vor den Gerichtshof bringen. Das ist mir eindeutig zu lang. 

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Bücher

Wer ist wir?

In der Öffentlichkeit sprechen höchst unterschiedliche Menschen immer öfter im Namen eines »Wir«. Der französische Philosoph Tristan Garcia fragt sich, wie diese Wir-Identitäten vereinbar sind

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»Mich schützt die Entfernung«

In Nigeria ist Homosexualität immer noch ein Tabu. Chinelo Okparanta hat nun eine Coming-out-Geschichte der 1960er-Jahre verfasst

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Aufstand am Katzentisch

Daniel Bax

Die Kinder und Enkel einstiger Einwanderer wollen heute mitbestimmen. Warum dies zu Konflikten führt, erklärt Aladin El-Mafaalani in »Das Integrationsparadox«

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Die höchsten und die niedersten Gefühle

Carmen Eller

 Guram Dotschanaschwili beschreibt in »Das erste Gewand« das menschliche Dasein in Zeiten politischer Tyrannei 

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Die letzte Seite

Brief an Europa

Athena Farrokhzad

Europa Europa, ich habe dir alles gegeben und jetzt habe ich nichts. Europa, zweihundertsechzig Euro und sechsundsiebzig Cent, Januar 2018. Ich hadere mi... mehr


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