Ausgabe I/2017 - Rausch



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Editorial

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Je größer die echten Krisen, so scheint es, umso wichtiger werden Momente der Entspannung, Freude oder Abwesenheit. Je größer der Leistungsdruck moderner Gesellschaften oder der zermürbende Alltag all jener, für die jeder Tag ein Kampf ums Überleben ist, desto größer der Wunsch, der Ohnmacht zu entfliehen. Ein paar Bier, ein Joint oder eine Pille - und schon sieht die Realität ein bisschen angenehmer aus, oder anders gesagt: Schon rückt die Wirklichkeit etwas weiter weg. Ein Trinker sucht die Flucht, schreibt der schottische Schriftsteller John Burnside, nicht nur "aus ermüdender öffentlicher Rolle, sondern gleich aus dem ganzen weltlichen Reich, um in einem authentischen innerlichen, ekstatischen Zustand zu verweilen".

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Die Welt von morgen

Argentinien: Auswilderung

Nach 142 Jahren wird der Zoo in Buenos Aires in den kommenden Monaten endgültig seine Pforten schließen.

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Marokko: Bücherrettung

In Marokko wird eine der ältesten noch bestehenden Bibliotheken der Welt wiedereröffnet.

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Schweden: Elektronische Krone

Die Schwedische Zentralbank plant, eine neue digitale Währung einzuführen.

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Mongolei: Die Postrevolution

Die mongolische Post arbeitet zukünftig mit einem neuen Adresssystem. Statt konventioneller Anschriften aus Postleitzahl, Straße und Hausnummer verwenden Postboten nun Drei-Wort-Kombinationen wie „Zebra.Marathon.Löffel“, um die Empfänger ihrer Zustellungen zu ermitteln.

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Japan: Robotersalate

In der japanischen Stadt Kameoka eröffnet Anfang 2017 die erste vollautomatisierte Gemüsefabrik.

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Neuseeland: Das Ende der Nager

Neuseeland will bis 2050 ein rattenfreies Land sein. Premierminister John Key veranlasste jüngst die Gründung der Treuhandgesellschaft Predator Free NZ, die sic... mehr


Top Ten

Die beliebtesten Weine in Italien

1 Lambrusco: 12,8 Millionen verkaufte Liter

2 Chianti: 11,4 Millionen Liter

3 Chardonnay: 8,2 Millionen Liter

4 Montepulciano: 8,1 Millionen Liter

5 Barbera: 7,7 Mi... mehr


Was anderswo ganz anders ist

Japan: Libellenfangen

Toshiyuki Miyazaki

Schon im Kojiki, einem der ältesten Schriftstücke Japans, spielt die Libelle eine besondere Rolle. In der aus dem 7. Jahrhundert überlieferten „Aufzeichnung alter Geschehnisse“ heißt es: „Als Kaiser Y?ryaku auf der Jagd von einer Stechfliege gestochen wurde, tauchte eine Libelle auf und aß die Fliege.“ Der Kaiser ließ daraufhin Helme mit Libellen-Emblem für seine Soldaten anfertigen. Das Wappen sollte für Loyalität und Erfolg stehen, Japan selbst wurde als „Akitsu-shima“, die „Insel der Libellen“, bekannt.

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Taiwan: Müll für Elise

Klaus Blütner

Es ist immer wieder ein besonderer Moment, wenn in den Straßen Taipehs frühmorgens die Melodie von Ludwig van Beethovens „Für Elise“ anhebt. Die Überraschung ist perfekt, wenn man den Verursacher der Beschallung zu Gesicht bekommt: einen Müllwagen.

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Irland: Bühne frei

Wallis Bird

Geht man in Irland unter Leute, auf eine Privatparty oder in eine Bar, wird man im Laufe des Abends todsicher mit folgender Frage konfrontiert: „What’s your party piece?“

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Wie ich wurde, was ich bin

Schreiben mit Zorn

Nuruddin Farah

Wie Dostojewski mir das Sitzen beibrachte, ich in Somalia zum
Staatsfeind wurde und von der Macht der Sprache erfuhr

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Ein Haus in:

Jenseits von Teheran

Max Menges

Dieses schlichte Haus steht in der iranischen Provinz M?zandar?n, nahe dem Kaspischen Meer. Es ist direkt an einen steilen Hang gebaut, aus dem Wohnzimmerfenster blickt man in die weiten Täler des Elburs- Gebirges hinunter. Größere Städte, wie man sie im iranischen Inland oder an der Küste des Persischen Golfs findet, sucht man hier vergeblich.

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Themenschwerpunkt

Die Schönheit zunehmender Trunkenheit

John Burnside

Im Trinken ausschweifen oder die Welt hinter sich lassen: Rausch hat viele Facetten

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Trink doch was, Fatuma!

Fatuma Musa Afrah

Vom Feierabendbier bis zum Absacker – wie deutsche Trinkgewohnheiten auf andere wirken

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„Alkohol ist ein angstlösendes Mittel“

Walter Zieglgänsberger

Warum greifen Menschen zu Drogen? Ein Gespräch mit dem ?Schmerz- und Suchtforscher Walter Zieglgänsberger

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Verbotene Lüste

Laksmi Pamuntjak

Pilgerreisen und Gebete, Swingerclubs und Orgien – in Jakarta zeigt sich: Je restriktiver die Gesellschaft, desto wichtiger der Rausch

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Das verzückte Spiel der Körper

Omar Kasmani

In den Sufi-Schreinen Pakistans tanzen sich Frauen in Entrückung.
Radikalen Islamisten ist das ein Dorn im Auge

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Das Hyperhormon

Brian B. Hoffman

Adrenalin hat den Ruf, in Sekundenschnelle Hochgefühle auszulösen.
Doch so einfach ist das nicht

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Behütet wie in einem Kokon

Nanja van den Broek

Apnoetaucher begeben sich in extreme Tiefen. Wie fühlt sich das an?
Das Protokoll eines Weltrekords

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„Das Verlangen nach Rausch ist von der Natur angelegt“

Heather Berlin

Was passiert im Gehirn, wenn wir high sind? Ein Gespräch mit der Neurowissenschaftlerin Heather Berlin

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„Ich kaue zehn bis 15 Mal am Tag"

Pardman Shukla

In Indien ist die Betelnussmischung Paan eine Volksdroge.
Ein Gespräch mit Pardman Shukla, der das Rauschmittel verkauft

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Psychedelischer Lianen-Tee

Kenneth Tupper

Die Droge Ayahuasca dient im Amazonasgebiet seit Jahrhunderten
zur spirituellen Reinigung. Dann kamen die Touristen

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Bango, Schlafmohn, Kulla

Mansura Eseddin

Der Koran verbietet den Rausch. Doch in Ägypten werden trotzdem viele
Drogen konsumiert

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Der schneeweiße blinde Passagier

Ana Lilia Pérez

Riesige Mengen an Kokain werden vor allem auf Schiffen geschmuggelt. Wie funktioniert das?

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Der Dealer von nebenan

Élmer Mendoza

In unserer Nachbarschaft handelt ein Mann mit Drogen. Ein paar Tage beobachten alle das Treiben, dann ist plötzlich Schluss

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Krank, nicht kriminell

Nuno Ramos de Almeida

In den 1990er-Jahren waren über 100.000 Portugiesen heroinabhängig. Über Suchtbekämpfung mit neuen Methoden

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Tödlicher Exorzismus

Karl Arvin Hapal

Rodrigo Duterte, der neue Präsident der Philippinen, lässt Drogenhändler und Konsumenten hinrichten

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Belohnungen auf Facebook

Marc Potenza

In sozialen Netzwerken und Online-Spielen werden ähnliche Hirnareale aktiviert wie bei Drogensüchtigen

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„Arbeitstier und Serien-Zombie“

Nir Baram

Warum obsessives Fernsehen die Droge der kapitalistischen Gesellschaft ist. Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Nir Baram

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Besessen von der Macht

Serhij Zhadan

Wie sich Menschen verändern, wenn sie über andere herrschen dürfen

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Weltreport

Die letzte Kolonie

Mayra Santos-Febres

Die Puerto Ricaner sind US-Bürger, dürfen aber nicht wählen. Was der
Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA für
die Karibikinsel bedeutet

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„Die Wüste war unsere Musikschule“

Ahmed Ag Kaedi

Ein Gespräch mit dem Tuareg-Gitarristen Ahmed Ag Kaedi über den Blues aus Mali und die verbindende Kraft von Liedern

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In Europa

Die Smolensk-Lüge

Kai Schnier

Die rechtskonservative Regierung Polens deutet die Geschichte des Landes um – und macht dabei weder vor Museen noch vor Schulbüchern halt

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Keep Calm and Brexit

Fraser Myers

Die Briten haben für den Austritt aus der EU gestimmt. Den Wählern ging es dabei weniger um den Wunsch nach geschlossenen Grenzen als um die Forderung nach mehr Mitbestimmung und neuen politischen Strukturen

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Das Fußballfeld von Koh Panyee

Sandra Weller

Auf einer türkisblauen Fläche spielen Jungen Fußball. Sie müssen sich den Ball präzise zupassen, sonst fällt er ins Wasser. Denn das Fußballfeld schwimmt mitten im Meer.

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Umfrage

Wir brauchen neue Brücken

Bernd Thum

Kriege, Flüchtlinge, Spaltung der Gesellschaft: Wie sollte die Außenkulturpolitik auf die aktuellen politischen Krisen reagieren? Wie kann ein Dialog zwischen Kulturschaffenden und der Zivilgesellschaft aussehen?

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Positionen

Die Vielfalt der Mikrowelten

Sasha Marianna Salzmann

Kriege, Flüchtlinge, Spaltung der Gesellschaft: Wie sollte die Außenkulturpolitik auf die aktuellen politischen Krisen reagieren? Wie kann ein Dialog zwischen Kulturschaffenden und der Zivilgesellschaft aussehen?

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Praxis

Was wir nicht hören wollen

Manuela Bojadžijev

Warum wir Rassisten kein Verständnis entgegenbringen dürfen

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