Ausgabe I/2016 - Was bleibt?



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Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Irgendwo in sehr weiter Ferne liegen die kleinen und großen Dinge ?unserer Kindheit: die bunte Matratze im Gitterbettchen, der Grießbrei der Großmutter, in dem ...
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Inhalt

 

 

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Die Welt von morgen

USA: Monsterfisch

Zum ersten Mal weltweit wurde in den USA ein gentechnisch verändertes Tier als Lebensmittel zugelassen. Die Lebensmittelbehörde FDA genehmigte im November 2015 den Import des „AquAdvantage“-Lachses der Firma Aquabounty. Kanadas Regierung erlaubte der Firma bereits 2013 die kommerzielle Herstellung genveränderter Lachseier im Land. Der veränderte Lachs wächst doppelt so schnell wie gewöhnliche Lachse und braucht 20 Prozent weniger Futter. Die Aufzucht ist mit strengen Richtlinien nur in speziellen Anlagen in Kanada und Panama gestattet.

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Chile:? Geld für Diktaturopfer

Den Opfern der Diktatur unter General Augusto Pinochet (1973–1990) werden in Chile Entschädigungen gezahlt. Ein im November 2015 verabschiedetes Gesetz sieht Einmalzahlungen von umgerechnet rund 1.300 Euro für die Betroffenen vor. Etwa 30.000 ehemalige politische Gefangene und Folteropfer der Militärdiktatur haben Anspruch auf eine finanzielle Wiedergutmachung. Ehepartner verstorbener Opfer sollen rund 780 Euro erhalten. Die Wahrheitskommissionen in dem südamerikanischen Land hatten in ihren Berichten rund 3.000 Fälle ermordeter und verschwundener Chilenen dokumentiert.

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Norwegen: ?Gas aus dem Nordmeer

Bei der norwegischen Gasgewinnung wurde die erste Pipeline nördlich des Polarkreises verlegt. Die Pipeline Polarled ?erschließt das Aasta Hansteen Erdgasfeld im Europäischen Nordmeer für den Export nach Europa. Der Aufbau einer Infrastruktur dort hat eine große strategische Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Gegend. Durch die 482 Kilometer lange Rohrleitung zur westlichen Küstenstadt Nyhamna sichert sich Norwegen den Zugriff auf Gasvorkommen in der Nordpolarregion. Der norwegische Staat ist aufgrund der Einnahmen aus der Öl- und Gaswirtschaft praktisch schuldenfrei.

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Mosambik: ?Ohne Minen

Mosambik ist minenfrei. Mehr als zwanzig Jahre brauchten internationale Organisationen, um die 171.000 bekannten Landminen zu entfernen. Vor allem der Norden des afrikanischen Landes war betroffen, in dem nun der Aufbau einer Infrastruktur möglich ist. Nicht nur Menschen wurden für die Räumarbeiten eingesetzt – auch speziell ausgebildete Ratten halfen, die Minen zu finden. Landminen wurden in Mosambik vor allem während des Unabhängigkeitskriegs (1964–1974) und des Bürgerkriegs (1977–1992) eingesetzt.

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Ägypten: ?Frauen in Taxis

In Ägyptens Hauptstadt Kairo gibt es seit Ende 2015 pinkfarbene Taxis nur für Frauen. Der Taxidienst, der von Reem Fawzy gegründet wurde, stellt nur weibliche Fahrer ein und soll den Kundinnen so die Möglichkeit einer sicheren Heimfahrt bieten. Die Limousinen müssen per Telefon bestellt werden. Vor der ersten Fahrt muss jede Kundin ein Foto von ihrem Ausweis schicken – zur Sicherheit der Fahrerin. In einer Umfrage der Vereinten Nationen von 2013 gaben mehr als 99 Prozent der ägyptischen Frauen an, schon Opfer sexueller Belästigungen geworden zu sein.

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Die Welt von Morgen

Estland: ?E-Residency

Für 50 Euro vergibt Estland virtuelle Wohnsitze an Nicht-Staatsbürger. Interessierte können seit April 2015 in allen estnischen Botschaften eine E-Residency-Card erhalten, sich damit online identifizieren und auf verschiedene Dienste zugreifen. So kann man zum Beispiel im Internet ein Unternehmen in Estland anmelden, seine Bankgeschäfte und Steuern abwickeln oder mit digitalen Signaturen Verträge abschließen. Die Karte ist jedoch keine Einreise- oder Aufenthaltsgenehmigung für Estland oder die EU. Die E-Residency soll wirtschaftliche Beziehungen mit Estland erleichtern und attraktiver machen.

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Kulturleben

Wie ich wurde, was ich bin

Bewahrer der verlorenen Sprachen

Petro Rychlo

Wie ich in Czernowitz die Literatur der Bukowina und die Gedichte von
Paul Celan entdeckte

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Ein Haus in:

Themenschwerpunkt

„Erinnerungen sind unser Leben“

Eric Kandel, Kai Schnier

Der US-amerikanische Neurowissenschaftler Eric Kandel untersucht seit Jahrzehnten, wie das Gedächtnis Erfahrungen speichert. Ein Gespräch

 

 

 

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Was die Schweine einmal wussten

Yan Lianke

Weshalb die chinesische Regierung eine Politik des kollektiven Vergessens betreibt

 

 

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Der Schmerz meiner Großmutter

Marianne Hirsch

Wie traumatische Erinnerungen über Generationen hinweg weitergegeben werden


 

 

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Game-Boy

Michael W. Clune

Wie Computerspiele den Zugang zu längst verschollen geglaubten Kindheitserinnerungen schaffen

 

 

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Die ersten Bilder

Carole Peterson

Warum manche Kindheitserlebnisse im Gedächtnis bleiben und andere verschwinden 

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Themenschwerpunkt

Was heute geschah

Menschen und ihre Tagebücher – eine kleine Sammlung


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Sehnsucht nach Damaskus

Suleman Taufiq

Wie meine Familie an die verlorene Heimat Syrien zurückdenkt

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Themenschwerpunkt

Mehr als geraubte Dinge

Julia Hacker

Viele jüdische Familien verloren während der Nazi-Zeit ihren Besitz. Was passiert, wenn sie ihn wiederbekommen?

 

 

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Das große Schweigen

Sergey Lebedew

Viele Russen wissen heute wenig über ihre Vorfahren – und dichten deren
Geschichte um

 

 

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„Es gibt keine historische Wahrheit“

Milo Rau

Milo Rau inszeniert Theaterstücke über Ereignisse, die sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt haben. Ein Gespräch


 

 

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Themenschwerpunkt

Trümmerlandschaften

Mohanned Alsayani

Die Zerstörung archäologischer Schätze im Jemen bedroht das kulturelle Gedächtnis des Landes

 

 

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Geschichte wird gemacht

Peter Ulrich Weiß

Über die Rolle der Archivare in deutschen Institutionen

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„Das Denkmal soll Teil unseres Alltags sein“

Michael Arad

Der Architekt Michael Arad hat das 9/11-Memorial in New York entworfen.
Ein Gespräch über das Gedenken in öffentlichen Räumen

 

 

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Im Staub der Metropolen

Bora ?osi?

Über Städte, die sich ständig verändern – und jene, die bleiben, wie wir sie in
Erinnerung haben

 

 

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Wir waren hier

Das UNESCO-Welterbe zeichnet Stätten aus, an denen unsere Vorfahren großes vollbrachten. Ein paar ungewöhnliche Highlights

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Ein bisschen London

Tapas Kumar Chakraborty

Indien kopiert britische Baudenkmäler und streitet über seine koloniale Vergangenheit

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„Im Libanon ist Verdrängung zum Dauerzustand geworden“

Monika Borgmann

Die Orientalistin Monika Borgmann erklärt, warum es so schwer ist, die jüngste Vergangenheit aufzuarbeiten. Ein Gespräch

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Themenschwerpunkt

Räume der Trauer

Romaní Díaz

Im peruanischen Ayacucho erinnert ein Museum an die Opfer des Guerillakrieges von 1981 bis 1992

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„Die Elefantendame wird mich wiedererkennen“

Caitlin O’Connell

Die Biologin Caitlin O’Connell erklärt, warum Elefanten ein gutes
Gedächtnis brauchen. Ein Gespräch

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Das kenn‘ ich doch

Douwe Draaisma

Déjà-vus sind ein rätselhaftes Phänomen. Wie die Wahrnehmung uns manchmal einen Streich spielt

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Der Duft der Erwachsenen

Peaches, Wolfgang Beltracchi, Tacita Dean, Wais Dirie, Tom Robbins, Serhij Zhadan

Ob Weihrauch, Bier oder Beeren: Streift ein ganz bestimmter Geruch unsere Nase, bahnen sich Erinnerungen ihren Weg zurück ins Gedächtnis. An welchen Düften die Vergangenheit haften bleibt, ist oft rätselhaft 

 

 

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Zügel in der Hand

Monika Mehlem

Wie eine Therapie mit Pferden Menschen hilft, verdrängte Erfahrungen zurückzuholen von Monika Mehlem

 

 

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Vergessen tut gut

Noam Shpancer

Wir sind nicht immer Herr unserer Erinnerungen – aus gutem Grund

 

 

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Magazin

Der Weg ist das Ziel

Fabian Ebeling

Lange schon wird eine Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten diskutiert. Mit jeder Gewaltwelle rückt diese jedoch in weitere Ferne. Die NGO Combatants for Peace probt trotz allem den Frieden

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Wie Menschen in Europa leben

Nirgendwo leben so viele Rentner wie in Lissabon und in Dublin
kommen die meisten Kinder zur Welt. Ein paar Spitzenwerte aus
europäischen Hauptstädten

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Die Behörden des Kalifats

Nather Henafe Alali

Wie der sogenannte Islamische Staat in Syrien sein System der Unterdrückung einrichtet

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„Migranten warten ?sieben Jahre auf Arbeit“

Sofia Appelgren

Einwanderer bringen berufliche Fähigkeiten mit, die die europäische
Wirtschaft gut brauchen kann. Die Unternehmerin Sofia Appelgren erklärt,
wie sie Kontakte zwischen ihnen und schwedischen Arbeitgebern herstellt

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Kulturorte

Forum

Digitale Staatskunst

Jon Worth

Hollywood, Demokratie, Freiheit - das waren einst Exportschlager der Public Diplomacy. Wie aber wandelt sich der Kommunikationsstil der Regierungen mit der zunehmende Vernetzung der Bürger?

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Konkurrierende Botschaften

François-Bernard Huyghe

Hollywood, Demokratie, Freiheit - das waren einst Exportschlager der Public Diplomacy. Wie aber wandelt sich der Kommunikationsstil der Regierungen mit der zunehmenden Vernetzung der Bürger?

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Essay

Die Macht des Bloßstellens

Jennifer Jacquet

Zwischen Shitstorms und kluger Kommunikationskampagne: Das Beschämen von Personen und Institutionen wird zunehmend als politisches Instrument eingesetzt

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Kulturprogramme

Der lange Weg zur ?freien Presse

Kristin Oeing

In der ersten Journalistenschule Myanmars werden Nachwuchsredakteure auf ihren Berufsalltag vorbereitet

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Bücher

Die Sehnsucht nach der Fremde

Stephan Wackwitz

Rainer Wieland hat historische Reiseberichte gesammelt, die zeigen, dass es Menschen schon immer an ferne Orte gezogen hat


 

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Die Hungrigen und die Satten

Friedrich Wilhelm Graf

Keine Naturkatastrophe, sondern menschengemacht: ?Der argentinische Journalist Martín Caparrós ruft zum Kampf ?gegen den weltweiten Hunger auf

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Mein Freund Abu Jürgen

Jörg Walendy

Alles für ein deutsches Visum: Assaf Alassaf erzählt von der Freundschaft eines aus Syrien geflüchteten Zahnarztes mit dem deutschen Botschafter in Beirut

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Künstler auf Koks

Carmen Eller

In seinem Roman „Die goldenen Jahre“ erzählt der verstorbene iranisch-amerikanische Musiker Ali Eskandarian von einem Leben zwischen Rausch und Ernüchterung

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Künstler auf Koks

Carmen Eller

In seinem Roman „Die goldenen Jahre“ erzählt der verstorbene iranisch-amerikanische Musiker Ali Eskandarian von einem Leben zwischen Rausch und Ernüchterung

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Weltmarkt

Zeichnen im Raum

Diesmal: Ein 3D-Drucker-Stift

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Ausgabe I/2016 - Was bleibt?