Ausgabe II/2015 - Wir haben Zeit. Ein Heft über Langsamkeit



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Themenschwerpunkt

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

In der betriebsamen Hektik der Heftproduktion versuche ich, diese Zeilen über das Thema dieser Ausgabe – Langsamkeit – zu schreiben. Es ist sehr schwierig, sich... mehr


Die Welt von morgen

Argentinien: Züge in die Pampa

Die argentinische Eisenbahn wird wieder verstaatlicht. Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner kündigte die Rücknahme der in den 1990er-Jahren erfolgten Privatisierung an. Durch zahlreiche Stilllegungen war das Streckennetz zuletzt immer weiter ausgedünnt worden. Nach der nationalen Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas (2008) und dem Energiekonzern YPF (2012) ist die Eisenbahn damit das dritte große Verstaatlichungsprojekt in der Amtszeit der Präsidentin.

 

 

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Chile: Ende der Winterzeit

Chile hat im laufenden Kalenderjahr die Winterzeit abgeschafft. Damit entfallen die traditionellen Umstellungen in März und September. 1970 war die Winterzeit als Maßnahme zum Energiesparen eingeführt worden. Mehrere Studien wiesen nach, dass in Chile dadurch kaum Strom gespart wurde. Eine Zeitumstellung wird in Südamerika damit nur noch in Paraguay, Uruguay sowie den südlichen Bundesstaaten Brasiliens vorgenommen.

 

 

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Kroatien: Katholische Kirche zahlt Ablass

Die katholische Kirche zahlt ab sofort Steuern in Kroatien. Im Februar kamen die Regierung und die katholische Kirche überein, dass bei Geschäftstätigkeiten Steuern fällig werden. Dabei handelt es sich um Mieteinnahmen sowie touristische und produzierende Geschäfte. Die katholische Kirche besitzt in vielen Innenstädten des Landes Räumlichkeiten, die sie vermietet.

 

 

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Nigeria: Positive nicht diskriminieren

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hat im Februar 2015 ein HIV- und AIDS-Antidiskriminierungsgesetz in Kraft gesetzt. Künftig können Personen und Einrichtungen, die infizierte Menschen stigmatisieren oder deren HIV-Status offenlegen, bestraft werden. Es droht bis zu zwei Jahren Haft oder eine Geldstrafe bis zu 4.500 Euro. Seit 2013 ist die Anzahl der HIV-Infektionen in Nigeria um 35 Prozent zurückgegangen. Es leben dort aber immer noch rund 3,4 Millionen Menschen mit dem Virus.

 

 

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Südkorea: Fremdgehen erlaubt

In Südkorea hat der Oberste Gerichtshof kürzlich ein Gesetz zum Verbot von außerehelichem Sex aufgehoben. Untreuen Ehepartnern drohte bislang eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass das Gesetz die Privatsphäre verletze. Ursprünglich eingeführt worden war es 1953 als Schutz für Frauen, die finanziell von ihrem Ehemann abhängen. Allein im Jahr 2014 war es noch zu 892 Anklagen wegen Fremdgehens gekommen.

 

 

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Die Welt von Morgen

Taiwan: Finger weg vom Tablet

Kindern unter zwei Jahren dürfen in Taiwan künftig keine technischen Geräte wie Tablets, Smartphones oder Fernsehen mehr benutzen. Eltern, die ihren Kleinkindern erlauben mit den elektronischen Produkten zu spielen, erwarten Geldstrafen von umgerechnet bis zu 1.400 Euro. Auch ist es Jugendlichen unter 18 Jahren verboten „technische Artikel konstant über eine nicht vernünftige Zeit zu benutzen“. Die Regierung will so die „Ditouzu“, was so viel heißt wie „der Stamm derer, die den Kopf gesenkt halten“, davon abhalten, länger als dreißig Minuten am Tag mit elektronischen Geräten zu verbringen.

 

 

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Top Ten

Die größten Moscheen Indonesiens

1. Istiqlal-Moschee, Jakarta, 200.000 Plätze 2. Al-Akhbar-Moschee , Surabaya, 60.000 Plätze             3. At-Tiin-Moschee, Jakarta Timur, 25.850 Pätze  4.... mehr


Kulturleben

Der Wels der Leidenschaft

Ein Tier in: Paraguay

 

 

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China: Hochzeit, drei Gold

In China feiert eine alte Tradition ihr Comeback: Beim „Jiehun san jin“, was so etwas wie „Hochzeit, drei Gold“ bedeutet, schenkt die Familie des Bräutigams der... mehr


Kaffeepause

Neven Suboti?

2013 habe ich eine Stiftung gegründet, für die ich im vergangenen Sommer in den Norden Äthiopiens reiste. In der Region Tigray unterstützten wir den Bau von fün... mehr


Wie ich wurde, was ich bin

Die Menschen im Fokus

Thomas Höpker

Wie ich Fotograf wurde, ohne es gelernt zu haben und um die Welt reiste

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Ein Haus in:

Themenschwerpunkt

„Warum bin ich so beschäftigt?“

Siri Hustvedt

Was Eile oder Langsamkeit mit dem Denken, der Kunst und dem Körper machen. Ein Gespräch mit der amerikanischen Schriftstellerin Siri Hustvedt

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Bis zum Zusammenbruch

Aman Sethi

Von Aufstieg und Fall indischer Handyfabriken und ihrer Arbeiter. Eine Reportage von Aman Sethi

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Die Stadt meiner Kindheit

Mukoma wa Ngugi

Warum Nairobi nie ein Ort der Hektik und der Hetze war

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Bitte Trödeln!

Carl Honoré

Kinder brauchen Zeit – dafür müssen Eltern lernen, sich zu entspannen

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Der Wandel der Regenzeit

Luis Chaves

Warum Costa Ricaner zwar schnell auf Tweets antworten, ihr Alltag jedoch einem anderen Rhythmus folgt

 

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Politik unter Zeitdruck

Jan-Werner Müller

Gibt es eine richtige Geschwindigkeit für demokratische Prozesse?

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Pekings Schnellschüsse

Shi Ming

Können autokratische Regierungen Großprojekte besser umsetzen, weil sie ohne langwierige Entscheidungsprozesse auskommen?

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„Die Samoaner haben viel Geduld miteinander“

Ruta Sinclair

So schön kann es sein, langsam Bus zu fahren oder gemütlich einzukaufen. Ein Gespräch mit der Historikerin Ruta Sinclair

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Acht Stunden Zeit für Kultur

Edo Popovi?

Warum das Leben in Kroatien ohne Marktwirtschaft schöner war

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Gärten für alle

Edward Mukiibi

In Afrika schließen sich Dörfer und Slow-Food-Aktivisten zusammen, um Monokulturen auf den Feldern Einhalt zu gebieten

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Arbeiten ohne Begeisterung

Marsha Pearce

Auf Trinidad und Tobago gibt es eine besondere Form des Streiks. Bei Go-slows wird langsamer gearbeitet – um zu protestieren

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„Die Ära der Expansion ist vorbei“

Kristiaan Borret

Ein Gespräch mit dem belgischen Stadtbaumeister Kristiaan Borret über „Slow Urbanism“

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Die Grünkohlhölle

Tom Hodgkinson

Warum das Leben auf dem Land ein Alptraum sein kann. Ein Aussteiger erzählt

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„Im All muss man schnell denken und sich mit Bedacht bewegen“

Thomas Reiter

Ein Gespräch mit dem früheren Astronauten Thomas Reiter über die Arbeitsbedingungen auf Raumstationen

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„Ein Faultier nimmt sich Zeit und geht strategisch vor“

Bryson Voirin

Der Biologe Bryson Voirin erklärt, was Menschen von den langsamsten Säugetieren der Welt lernen können. Ein Gespräch

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Hetze oder Lethargie?

Über das unterschiedliche Zeitempfinden in Orient und Okzident

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Mozart auf Speed

Claudia Schmölders

Über das richtige Tempo in der klassischen Musik lässt sich streiten

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Verschwende deine Stunden

Samson Kambalu

Zeit ist nicht der knappe Rohstoff, wie uns der Kapitalismus vorgaukelt. Sie ist im Überfluss vorhanden

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Der digitale Todestrieb

Kenneth Goldsmith

Alle halten das Internet für unglaublich dynamisch. Dabei bedeutet es Stillstand 

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Magazin

„Schiffbrüchigen helfen ist unsere Tradition“

Die Bürgermeisterin von Lampedusa Giusi Nicolini schildert die Flüchtlingskatastrophe auf ihrer Insel, der deutsche Soziologe Ludger Pries erklärt Migrationsprozesse. Ein Gespräch

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„Starkes Gefühl für Grönland“

Inuk Silis Høegh

In seinem Film „Sumé – The Sound of a Revolution“ erzählt der Regisseur Inuk Silis Høegh vom Grönland der 1970er-Jahre. Ein Interview

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Heimliche Schätze

Claudia Kotte

New Yorker produzieren viel Müll. Nicht alles landet auf der Halde. Nelson Molina sammelt Alltagsgegenstände in seinem Trash Museum

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Kulturelle Aufbauarbeit

Fabian Ebeling

Das Auswärtige Amt hat kürzlich einen fast einjährigen Review-Prozess abgeschlossen. Auch über die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik wurde diskutiert

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Forum

Menschen in die Aktion integrieren

Patricia Pahlke

Künstler greifen oft zu drastischen Mitteln, um auf Missstände hinzuweisen. Können sie damit etwas bewegen? Und muss Kunst überhaupt politisch sein?

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Politische Künstler sind unglaubwürdig

Aude de Kerros

Künstler, die vor allem politisch sein wollen, sind für mich unglaubwürdig, denn sie werden bereits als kritisch bezeichnet, wenn sie ihre politische Einstellun... mehr


Essay

Dienst am Volk

Adania Shibli

Weltweit gibt es immer häufiger gewaltsame Zusammenstöße zwischen Polizei und Bürgern. Woher kommt das?

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Kulturprogramme

Lehreraustausch

Eine Lehrerin aus Burkina Faso erzählt vom Unterrichten in Münster und Ouagadougou

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Kulturorte

Annabell Van den Berghe über die Zitadelle von Erbil

Annabell Van den Berghe

Die befestigte historische Siedlung im Herzen Erbils war einmal eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Irak. Sie gilt als die älteste durchgehend bewohnte S... mehr


Bücher

Das ist nicht alternativlos

Ingolfur Blühdorn

In ihrem Buch „Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima“ stellt Naomi Klein die Systemfrage

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Korrupt, aber glücklich

Insa Wilke

Nach seinem gefeierten New-York-Porträt erscheint nun auf Deutsch Teju Coles Debütroman über Lagos

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Aufgewachsen in Israel

Hans-Peter Kunisch

Der Fotograf Ali Ghandtschi ist durch Israel gereist und hat jüdische und arabische Künstler und Intellektuelle über ihr Land befragt

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„Schreiben, um nicht zu vergessen“

Ein Gespräch mit dem syrischen Autor Aboud Saeed über das Schreiben in Krieg und Frieden

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In 196 Büchern um die Welt

Ein Jahr lang las sich Ann Morgan durch die Weltliteratur und bloggte darüber. Jetzt hat die Britin über ihren Lesemarathon ein Buch geschrieben

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Weltmarkt

Der Vorleser

Diesmal: Eine Koran-Ausgabe mit Lesestift

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Ausgabe II/2015 - Wir haben Zeit. Ein Heft über Langsamkeit