Editorial

Jenny Friedrich-Freksa, Ausgabe I/2008, Ganz oben. Die nordischen Länder



Das Leben kann so schön sein: Um vier Uhr nachmittags verlassen Sie das Büro (Dänemark), zu Hause warten Ihre klugen Kinder, die Spaß in der Schule hatten (Finnland), am Wochenende fahren Sie in die atemberaubende Natur hinaus (Island) und dann sind Sie auch noch reich (Norwegen) und schön (Schwedinnen). Sagen wir es mal so: Den Menschen in den nordischen Ländern geht es ziemlich gut. Damit Sie jetzt nicht zu neidisch werden, sei gleich vernünftig angemerkt: Alles hat seinen Preis. Der hier wäre: Draußen ist es sehr dunkel, besonders jetzt im Winter. Sie zahlen hohe Steuern, Alkohol ist verdammt teuer. Und wenn Sie sagen, woher Sie kommen, fallen allen nur Elche, Elfen und Eisberge ein. Dabei kommen noch viel mehr gute Dinge von dort oben. Egal, ob Bildung, Gleichberechtigung oder internationale Wettbewerbsfähigkeit: Die nordischen Länder belegen überall die vorderen Plätze. Wie machen die das?, fragen wir in dieser Ausgabe.Natürlich ist nicht alles einfach gut im Norden. Aber das Klima ist hervorragend: Die Menschen sind neugierig. Sie halten Veränderungen für gute Gelegenheiten, ab heute besser zu leben. So entstehen soziale Kulturen, die originell und vital sind, also das, was Wissensgesellschaften ausmacht. Wir können viel von den Nordeuropäern lernen. Sowohl über das Umdenken als auch über das Vergnügen am Leben. Eine wesentliche Frage haben die nordischen Länder allerdings noch nicht beantwortet: wie sie mit Einwanderern, von denen sie bisher weniger haben als sie zukünftig brauchen, zusammenleben wollen. Hier müssen sie, wie wir alle, noch große Schritte tun. Aber wir sind schon jetzt sehr neugierig, wie sie es angehen werden. Schließlich haben sie uns schon oft genug überrascht.

 

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