Raubkunst

Ausgabe I/2007, Was vom Krieg übrig bleibt



Der Verkauf des Kirchner-Gemäldes hat die Debatte um die Rückgabe von Beutekunst erneut entfacht.

Der deutsche Staat sieht sich gefangen zwischen Vorwürfen, die einerseits lauten, er erkenne die moralische Verpflichtung einer Rückgabe der Bilder an die ursprünglichen Eigentümer nicht an und verschleudere andererseits seine kulturellen Kleinode zum Nachteil der großen Öffentlichkeit. [...] Tatsächlich hat sich Deutschland selbst in diese unangenehme Situation gebracht. Wie 43 andere Länder auch hat es im Dezember 1998 in Washington ein Abkommen unterschrieben, in dem es sich zur Rückgabe der von den Nazis „beschlagnahmten“ Werke verpflichtet.
Pierre Bocev in LE FIGARO (Paris) am
23. November 2006.

Jahrelang haben sich deutsche Museen geweigert, Kunstwerke an ihre jüdischen Besitzer zurückzugeben, obwohl viele dieser erwiesenermaßen aus methodischen Raubzügen stammen. [...] Schätzungsweise 100.000 Gemälde sind bislang noch nicht wieder in die Hände ihrer ursprünglichen jüdischen Besitzer zurückgegangen.
Assaf Uni in EL HAARETZ (Tel Aviv) am
25. November 2006.

Deutschland ringt mit der kniffligen Gesetzeslage um Kunstschätze, die im Dritten Reich gestohlen wurden und von denen einige immer noch einen Ehrenplatz in deutschen Museen einnehmen.
Jess Smee in THE GUARDIAN (London) am
22. November 2006.

Die Rückgabe von Kunstwerken soll in Deutschland künftig „transparenter, koordinierter und nachvollziehbarer“ geschehen. „Deutschland steht uneingeschränkt zu seiner moralischen Verantwortung für die Restitution von NS-Raubkunst, wie sie im Washingtoner Abkommen fixiert ist,“sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann [...]
DER STANDARD (Wien) am 21. November 2006.

 

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