Editorial

Jenny Friedrich-Freksa, Ausgabe II/2007, Unterwegs. Wie wir reisen



Wir suchen woanders, was wir zu Hause nicht finden. Sagt der Philosoph Alain de Botton. Nur drei bis fünf Prozent aller Menschen weltweit fahren jemals in ihrem Leben ins Ausland. Das sagen Statistiken der World Tourism Organization. Bringt man beide Aussagen zusammen, bedeutet das: etwa 330 Millionen Menschen reisen in die Ferne, um Orte zu sehen und Dinge zu erfahren, die sie daheim nicht vorfinden – oder die ihnen abhandengekommen sind.
Wie reisen wir? Und warum? Darum geht es in dieser Ausgabe. Internationale Autoren schildern ihre Eindrücke von Reisen in fremde Kulturen. So erzählt etwa Rery Maldonado davon, wie schwer es ist, als Lateinamerikanerin nach Europa einzureisen, ohne für eine Migrantin gehalten zu werden. Barbara Morrison-Rodriguez, deren Vorfahren als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden, hat mithilfe eines DNA-Tests herausgefunden, dass ihre Wurzeln in Sierra Leone liegen – und sich auf den Weg dorthin gemacht. Experten erklären Phänomene wie Katastrophen-, Öko- und Sextourismus. Und wir erfahren, warum Rumänen in Taxis verreisen und Bolivianer ihre Autos segnen lassen.
Schon seit langem wollten wir ein Heft über das Reisen machen, die bekannteste Form von Kulturaustausch. Nun ist es fertig, und wir wünschen Ihnen dabei ebenso viel Spaß, wie wir beim Herstellen hatten.


 

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