Ein Haus auf: Kreta

Gundula Haage, Ausgabe III/2019, Nonstop



In diesem Haus in der südkretischen Bucht Likos wohnen Aidin und Theo Nikoloudakis mit ihren drei Kindern.

Von ihrer Terrasse aus schauen sie auf das Meer und auf die rund 500 Ziegen und Schafe der Großfamilie. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Nikos und Jorgos bewirtschaftet Theo Nikoloudakis eine Farm, die gleichzeitig die familieneigene Taverne Nikos Small Paradise mit Fleisch, Käse, Joghurt, Gemüse und Honig versorgt. Im Sommer kehren hier täglich viele Wanderer ein, die die zerklüftete kretische Küste erkunden. Im Winter geht es geruhsamer zu. Das Herz des Hauses ist die Küche, denn an dem großen Holztisch kommt die Familie zusammen. An langen Winterabenden wird hier gespielt, geredet und gegessen. Typisch kretisch ist die weiße Farbe der Fassade: Jedes Frühjahr wird sie mit einer Paste aus Kreide weiß gestrichen, die das Sonnenlicht reflektiert. So bleibt es im Sommer schön kühl. Auch die blauen Fensterläden sind typisch für die Insel. Lange galt deren Farbe als politische Aussage: Man strich sie rot, wenn man die griechische kommunistische Partei wählte, oder blau für die Farbe der Partei Neue Demokratie. Heute hat sich das Blau auf Kreta durchgesetzt, auch ganz ohne die politische Bedeutung.

 

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