Berühmt in der Zentralafrikanischen Republik

Kai Schnier, Ausgabe III+IV/2018, Das ärmste Land, das reichste Land



1. Idylle Mamba
Sängerin
Die »Stimme der Zentralafrikanischen Republik« wird Lydia Natacha Mamba Danga heute genannt. Die jüngste Tochter einer Familie mit 16 Kindern kam schon früh zur Musik: Als Mitglied der Gruppe »Focus Masseka«, die mit Küchenutensilien Musik machte, nahm sie bereits mit 14 Jahren an mehreren afrikanischen Musikfestivals teil. Unter dem Künstlernamen »Idylle«, der ein Anagramm ihres Vornamens ist, singt Mamba in ihrer Muttersprache Sango und auf Französisch. Sie bezeichnet ihren Musikstil als »tradimodern«, es ist eine Mischung aus den Rhythmen Zentralafrikas und Einflüssen aus Jazz und Blues. Gemeinsam mit dem bekannten senegalesischen Sänger Youssou N’Dour nahm Idylle Mamba 2014 den erfolgreichen Titel »One Africa« auf, der zu einer friedlichen panafrikanischen Zukunft aufruft.

2. Catherine Samba-Panza

Politikerin
Wenn es eine Frau gibt, die in der Zentralafrikanischen Republik jeder kennt, dann ist es Catherine Samba-Panza. Von 2014 bis 2016 war die Politikern als Interimspräsidentin des Landes im Amt. Sie folgte auf Michel Djotodia, der sich 2013 an die Macht geputscht hatte und später auf Druck der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEEAC) zurücktrat. Bis heute gilt Samba-Panza vielen in der Zentralafrikanischen Republik als »Mutter der Nation«. Besonders gefeiert wird sie für ihre Verdienste als Bürgermeisterin der Hauptstadt Bangui. Dieses Amt hatte sie kurz nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2013 angetreten. Als Vermittlerin zwischen den Konfliktparteien und Streiterin für den gesellschaftlichen Dialog verdiente sie sich den Spitznamen »die mutige Bürgermeisterin«. Als Interimspräsidentin war Samba-Panza so beliebt, dass viele Wähler sie gerne über 2016 hinaus als Regierungschefin gesehen hätten – ein Wunsch, dem jedoch die zentralafrikanische Verfassung im Weg stand.

3. Romain Sato 
Basketballer
Basketball zählt in der Zentralafrikanischen Republik zu den beliebtesten Sportarten. Kein Wunder also, dass der Basketballer Romain Sato zu den bekanntesten Athleten des Landes gehört. Dabei verbrachte der mittlerweile 37-Jährige den Großteil seiner Karriere gar nicht in seiner Heimat. Nachdem Nachwuchsscouts sein Talent entdeckt hatten, zog Sato 1999 in die Vereinigten Staaten und spielte dort für das Team der Xavier University in Cincinatti, Ohio. 2004 wurde er von den San Antonio Spurs verpflichtet. Eine langwierige Verletzung setzte ihn außer Gefecht. So wechselte er zuerst in die zweite italienische Basketballliga und spielte später für spanische, griechische und türkische Teams. Sein größter Erfolg mit der zentralafrikanischen Nationalmannschaft war der fünfte Platz bei den Afrikameisterschaften im Jahr 2003.

 

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