Worüber spricht man in: Adjumani?

Ochan Hannington, Ausgabe I/2018, Erde, wie geht's?



Der Adjumani-Distrikt im Norden Ugandas ist zum größten Teil trocken und heiß. Zurzeit ist das Hauptgesprächsthema dort der Konflikt um die Ressourcen in seinem kühleren und fruchtbaren Regenwaldgebiet Apaa. Dort leben die Stämme der Acholi und Madi, die sich aus dem Wald mit Holz und Nahrung versorgen. Nun haben sich einflussreiche Leute, unter ihnen angeblich einige Regierungsbeamte, breite Streifen des Landes angeeignet.

Immer mehr Investoren drängen in die Region und bauen große Mengen Holz des Regenwaldes ab. Die Einheimischen fürchten deshalb um ihren Lebensunterhalt. Die angespannte Situation hat gewaltsame Konflikte zwischen den beiden Stämmen ausgelöst. Dutzende Acholi und Madi wurden bei dem Versuch, ihre Geschäfte und Häuser voreinander zu verteidigen, getötet. Überraschend hat vor einigen Monaten die Nationale Forstverwaltung ebenfalls Anspruch auf einige Gebiete erhoben. Die Bewohner fragen sich, was die Regierung plant: das Land für sich selbst zu beanspruchen oder an Investoren weiterzuverkaufen, die bekannt dafür sind, Umsiedlungen ohne angemessene Kompensation durchzusetzen. Hinzu kommt, dass Adjumani an den Südsudan grenzt: Die vielen Bürgerkriegsflüchtlinge von dort erhöhen zusätzlich den Druck auf die knappen Ressourcen. 

 

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