Die kennt jeder

Ausgabe III/2015, Russland



Prosa, Punk und ­Panzerfäuste – ein Blick in die russische Populärkultur

Die 1997 in Sankt Petersburg gegründete Band Leningrad ist mit Texten, die vor allem aus dem Russkij Mat – der russischen Vulgärsprache – bestehen, berühmt geworden. Ihr zur Trunkenheit neigender Sänger Sergej Schnurow balanciert stets zwischen Kult und Skandal. Den endgültigen Durchbruch schaffte die Band 2000 mit ihrem Album „Datschniki“, das bis heute als eines ihrer besten gilt.

Wiktor Pelewins Roman ­„Generation P“ erzählt die Geschichte des ehemaligen Literaturstudenten Tatarskij, der im Moskau der 1990er- Jahre vom freidenkenden Dichter zum dollarzählenden Werbetexter avanciert. Auf der Suche nach dem Sinn der Kultur erforscht Tatarskij die der Selbstherrlichkeit und dem Materialismus erliegende Gesellschaft. Der meistgelesene zeitgenössische Autor Russlands karikiert in seinem Buch den Einzug von Kapitalismus, Korruption und Chaos im Russland der Jelzin-Jahre. P wie ­Perestroika. P wie Postsowjetisch. P wie Pepsi.

Wladimir Posner ist Journalist, Moderator und prominenter Kritiker der russischen Medienlandschaft. Ernstzunehmender Journalismus existiere in Russland – bis auf wenige Ausnahmen – längst nicht mehr, sagt er. In seiner Fernsehshow „Posner“ interviewt der 81-Jährige internationale Prominente aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Sport und Politik zum aktuellen Zeitgeschehen. Zu seinen Gästen zählen Hillary Clinton, Oliver Stone, Benjamin Netanjahu, Witalij Klytschko und Michail Gorbatschow.

Der Film „Stalingrad“ von 2013 erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer russischen Frau und einem deutschen Offizier inmitten des Schlachtfeldes bei Stalingrad. Das Werk des Regisseurs Fjodor Bondartschuk wurde als erster russischer Film komplett mit 3D-Technologie gedreht. Weltweit spielte er rund 68 Millionen US-Dollar ein und ist damit die erfolgreichste russische Produktion aller Zeiten und Russlands meistgesehener Film der vergangenen Jahre.



 

 

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