Der Vorleser

Ausgabe II/2015, Wir haben Zeit. Ein Heft über Langsamkeit



Diesmal: Eine Koran-Ausgabe mit Lesestift

Stellen Sie sich vor, Sie verstehen kein Arabisch, möchten sich aber endlich Ihr eigenes Bild vom Koran machen. Und Sie nehmen das arabische Wort für Koran „al-qur‘?n“ wörtlich: Es bedeutet übersetzt „Rezitation“ oder „Vortrag.“ Dann sollten Sie sich vielleicht den „Koran ­Tajweed mit Lesestift“ zulegen. Setzt man den Stift an einen beliebigen Vers an, spricht er aus dem eingebauten Lautsprecher auf Arabisch diese Zeilen. Sie können durch Knopfdruck sogar zwischen verschiedenen Koran-Interpreten auswählen. Dieser Stift schreibt nicht, er scannt die Wörter und spricht dem Leser die korrekte arabische Aussprache vor. Auch ohne Kenntnis der arabischen Schriftzeichen können Sie sich dank der Lautschrift und der farbigen Aussprachehinweise die Verse und Suren einprägen. Die Übersetzung auf Urdu, Indonesisch, Türkisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch oder Chinesisch können Sie hören, indem Sie mit dem Stift die im Ledereinband versteckten Smartcards berühren. Aber bedenken Sie: Jede Übersetzung ist immer eine eigene Deutung. Die vorliegende deutsche Übersetzung von Muhammad Rassoul ist hierzulande weit verbreitet. Nach Angaben des Instituts für Islamwissenschaften der Freien Universität Berlin ist ihre sprachliche Qualität und die Auslegung einiger Passagen nicht immer überzeugend. Durch den Lesestift bietet sich  aber dennoch eine gute Gelegenheit, den arabischen Originaltext und seine Poesie kennenzulernen.

 

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