Kurt Aebli

Ausgabe IV/2014, Kauf ich. Ein Heft über Konsum



Der Wald: wie ein Haus, in dem man
tagelang gehen kann von einem Zimmer zum
andern und findet nie
zurück ins erste Zimmer,
denn als man es verließ, war es bald
ein andres: und so geh ich
(in der Hoffnung, selber ein andrer zu werden,
immer einen zu finden, der mir noch neu ist)
in dem Haus, das dem Haus gleicht,
dessen grüne Wände nicht wirklich
Wände sind, durch
Zimmer ohne Zahl.

 



 

 

Ähnliche Artikel

Shaip Beqiri

Ausgabe III/2014, Iraner erzählen von Iran

Noch ehe die Sonne unterging
Liessen sie ab vom Spiel
Fingen an zu heulen Stellten sich auf in grossem Kreis
Dicht am Feuer das keiner sah

In den Zweigen eines Bau... mehr


Mein Bett ist mir zu eng

Ausgabe I/2014, Beweg dich. Ein Heft über Sport, Miodrag Pavlovi?

Mein Bett ist mir zu eng
es könnte auch länger sein
Wer darin schläft
vor Unfrieden nicht gefeit
kracht zusammen
Verlangen werde ich etwas
das wesentlich länger ist
un... mehr


Phrasen

Ausgabe IV/2012, Vom Sterben. Ein Heft über Leben und Tod

Phrasen

Streuen wir uns keinen Sand in die Augen

Das Auto ist ein Rollstuhl

Der Löwe besteht aus Lämmchen

Die Dichter haben keine Geschichte

Der Tod ist eine kollekt... mehr


Phillippa Yaa de Villiers

Ausgabe IV/2013, Für Mutige. 18 Dinge, die die Welt verändern

Jozis Parks

Zerschlagene Bierflaschen scheren sich den Teufel
um die barfüßigen Kinder. Erwachsene, aufgequollen
von Enttäuschung, sitzen traurig auf den Schaukeln... mehr


Städte, die uns nicht gehören

Ausgabe II/2013, Was machst du? Wie Menschen weltweit arbeiten

In fremden Städten
wandern die Gedanken ruhig umher
wie Gräber vergessener Zirkusartisten,
Hunde verbellen Mullcontainer und
die Schneeflocken, die in sie hine... mehr


Zvonko Makovi?

Ausgabe I/2012, Geht doch! Ein Männerheft

Die Beduinen

und über den himmel fliegen beduinen;

reine, prunkvolle wesen, weder

 

pferde, noch engel. mit perlmutt

stopfen sie sich die ohren zu, mit einem goldenen apfel

 

den mund. danach flattern sie fort, nicht einmal

die sterne können es mit ihnen aufnehmen.

sie fangen die kristallene luft ein, bemessen

die zeit nach den wolken. das pferd

 

sticht sich an der spindel und stürzt.

der beduine springt und berührt dabei

 

nicht den sand. er holt nur mit dem ruder aus

und fliegt hoch hinauf in den himmel.

mehr