Schuldfragen

Ausgab, Zweifeln ist menschlich. Aufklärung im 21. Jahrhundert



Trotz Krieg und Bürgerkrieg, sagt Masiha Fayez, habe sie Afghanistan nie verlassen, sondern ihr Land immer unterstützen wollen. Heute ist die 1973 in Kabul geborene Fayez eine der wenigen Anwältinnen in Afghanistan. Sie leitet das Projekt „Medica Mondiale“, das Rechtsberatung, Strafverteidigung und Therapien für Frauen bietet, die durch Kriegserfahrungen oder häusliche Gewalt traumatisiert wurden. Als Fayez noch jung war, starb ihr Vater und die Brüder wurden von der Armee eingezogen. Wie viele Frauen mussten sie und ihre Mutter sich allein durchkämpfen. Masiha Fayez lernte früh, dass die Polizei Gewalt gegen Frauen selten ahndet und für die Inhaftierung von Frauen oft eine bloße Beschuldigung ausreicht. Deshalb stellt Fayez’ Projekt heute Rechtsanwälte und Sozialarbeiter speziell für Frauen. Denn bislang erhalten diese von staatlichen Stellen kaum Unterstützung.

 

Ähnliche Artikel

„Wir haben unsere Stiefel anbehalten“

Ausgabe IV/2010, Das Deutsche in der Welt, Hubertus von Hobe

Ein Gespräch mit Major Hubertus von Hobe über die Verständigung zwischen deutschen Soldaten und Afghanen

mehr


„Das Recht auf Lust ist politisch“

Ausgabe IV/2007, Frauen, wie geht's?, Melek Özman

Melek Özman, Mitglied des türkischen Filmkollektivs Filmmor, über sexuelle Aufklärung in der Türkei

mehr


Mütter und Muezzine

Ausgabe IV/2007, Frauen, wie geht's?, Peggy Reeves Sanday

Wie Matriarchat und Islam in West-Sumatra harmonieren

mehr


Zum Anbeten: Frauen in den Weltreligionen

Ausgabe IV/2007, Frauen, wie geht's?, Ruth Lapide

Judentum: Chava, Tamar, Ruth

mehr


Frau am Steuer

Ausgabe III+IV/2018, Das ärmste Land, das reichste Land, Nada Zeidan

Von der Tabubrecherin zum Idol: Die erste Rallyefahrerin der arabischen Welt erzählt, wie sie zum Motorsport kam und sich in einer Männerdomäne zu behaupten lernte 

mehr


Einfach Spitze!

Ausgabe IV/2014, Kauf ich. Ein Heft über Konsum, Toms Ancitis

Lettland braucht keine Quoten: Hier nehmen Frauen längst die Hälfte der Führungspositionen ein

mehr