Seite 1

Ausgabe III+IV/2018, Das ärmste Land, das reichste Land

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Vor wenigen Jahrzehnten noch zogen in Katar Beduinen mit ihren Tieren durch die Wüste. Heute ist das Emirat das reichste Land der Welt. Die Menschen leben in Villen und Hochhäusern. In Doha zeigt sich, was man mit viel Geld alles bauen kann: prestigeträchtige Sportstadien, prächtige Museen und Bibliotheken. Seinen Reichtum verdankt Katar riesigen Vorkommen an Erdöl und Erdgas. Der Herrscher des Landes, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, ist klug genug, sein Volk an diesem Vermögen teilhaben zu lassen. Wer einen katarischen Pass besitzt, dem geht es gut. Doch sind dies nur etwa zwölf Prozent der 2,8 Millionen Menschen, die tatsächlich in Katar leben.

mehr

Ausgabe II/2018, Helden

Editorial

Dilek Güngör

Hat man uns nicht von klein auf gesagt, wir sollten selbst denken? Selbst entscheiden und nicht auf die anderen schauen? Keiner will ein Nachahmer sein, also tun wir so, als blickten wir nicht nach links und nicht nach rechts. Gaukeln uns und allen anderen vor, wir wüssten, was zu tun sei. Dabei halten wir uns an das, was unsere Freunde mögen, und an die, die so leben wie wir.  Noch viel mehr schätzen wir das, was jenen etwas gilt, die wir bewundern. Anderntags lehnen wir ab, wofür sie sich begeistern, manchmal einzig aus dem Grund, weil sie es hochhalten. Und verkaufen es als eigene Haltung.

mehr

Ausgabe I/2018, Erde, wie geht's?

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Stürme fegen über’s Land. Ist das schon Klimawandel oder einfach nur Wind? Schwer zu sagen. Andere Entwicklungen sind eindeutig, etwa das enorme Artensterben, das derzeit stattfindet: Tiere verschwinden. Überall auf der Welt und für immer. Vom Nördlichen Breitmaulnashorn gibt es noch genau drei Exemplare weltweit. Andere Tiere profitieren von wärmeren Temperaturen und fehlenden Feinden und breiten sich schnell und flächendeckend aus, wie die Rippenqualle aus den USA. Auch manche Pflanzen gedeihen hervorragend. Exportiert aus ihrer ursprünglichen Heimat und anderswo neu angesiedelt, sind sie eine Art Globalisierungsgewinner. So etwa die Australische Akazie, die heute in Südafrika heimischen Tieren und Pflanzen enorm schadet, indem sie mit ihrer mächtigen Krone weite Flächen komplett verschattet.

mehr

Ausgabe III/2017, Raum für Experimente

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Je komplizierter die Welt, umso größer unsere Sehnsucht, sie durch sinnvolles Handeln zu verändern. Dabei mangelt es nicht an guten Ideen, aber an ihrer Umsetzung. Uns interessiert in diesem Heft die Frage, wovon es abhängt, ob Innovationen alltagstauglich werden, wann eine abstrakte Idee zum Pilotprojekt wird und ein Pilotprojekt zur Realität. Wie gelingen Erneuerungsprozesse und woran scheitern sie?

mehr

Ausgabe II/2017, Breaking News

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Früher funktionierten Medien sehr einfach: Es gab Sender und Empfänger. Die Sender schickten Botschaften, Nachrichten, Informationen. Die Empfänger lasen und hörten sie. Heute ist das anders: Mithilfe digitaler Technik und sozialer Netzwerke kann heute jeder Sender sein, Informationen vervielfältigen und seine Meinung einem großen Publikum mitteilen. Journalisten, die früher Ereignisse filterten und so entschieden, was in die Öffentlichkeit gelangte und was nicht, verlieren kommunikativen Einfluss. Gleichzeitig wird die freie Presse von autoritären Staatschefs massiv bedroht. In den USA schließt Donald Trump Medienvertreter von Presseterminen im Weißen Haus aus. In der Türkei sitzen über 150 Journalisten im Gefängnis, sogar ein Korrespondent der deutschen Zeitung Die Welt, Deniz Yücel, wurde in das Hochsicherheitsgefängnis von Silivri gesteckt, Präsident Erdo?an nannte ihn einen „deutschen Spion“.

mehr

Ausgabe I/2017, Rausch

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Je größer die echten Krisen, so scheint es, umso wichtiger werden Momente der Entspannung, Freude oder Abwesenheit. Je größer der Leistungsdruck moderner Gesellschaften oder der zermürbende Alltag all jener, für die jeder Tag ein Kampf ums Überleben ist, desto größer der Wunsch, der Ohnmacht zu entfliehen. Ein paar Bier, ein Joint oder eine Pille - und schon sieht die Realität ein bisschen angenehmer aus, oder anders gesagt: Schon rückt die Wirklichkeit etwas weiter weg. Ein Trinker sucht die Flucht, schreibt der schottische Schriftsteller John Burnside, nicht nur "aus ermüdender öffentlicher Rolle, sondern gleich aus dem ganzen weltlichen Reich, um in einem authentischen innerlichen, ekstatischen Zustand zu verweilen".

mehr

Ausgabe II/2014, Inseln. Von Albträumen und Sehnsüchten

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Whispering Trees Island, die Insel mit dem schönsten Namen der Welt, ist ein Schnäppchen. Bereits für 42.000 Euro kann man dieses Fleckchen Erde, das in einem ... mehr

Ausgabe III/2013, Innenleben. Ein Heft über Gefühle

Ein Heft über Gefühle

Jenny Friedrich-Freksa

Wir lieben und fürchten uns, wir sind neugierig, fröhlich, wütend oder traurig, manchmal fühlen wir uns schwach, dann wieder mutig. „Gefühle sind Wächter, die u... mehr

Ausgabe IV/2012, Vom Sterben. Ein Heft über Leben und Tod

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

Das Leben ist endlich – eine ebenso simple wie grausame Wahrheit. Kurz vor ihrem Tod bereuen Menschen sehr häufig: dass sie nicht den Mut gehabt haben, ihr Lebe... mehr

Ausgabe II/2012, Im Dorf. Auf der Suche nach einem besseren Leben

Editorial

Jenny Friedrich-Freksa

In einem Dorf zu leben, heißt, in der Erde zu wühlen, morgens Hähne krächzen zu hören und nachts die Sterne zu sehen. Es kann bedeuten, ständig von den Nachbarn... mehr

Seite 1