Ideen, die die Welt braucht

von Nikola Richter

Ganz oben. Die nordischen Länder (Ausgabe I/2008)


Eine Boeing im Anflug auf Stockholm. 42 Minuten vor der Landung nimmt der Maschinenlärm auf einmal ab. Es wird ganz still im Flugzeug. Was ist da los? Ist der Antrieb kaputt? Nein, kein Grund zur Panik: Die schwedische Luftlinie SAS führt nur eine Energiesparmaßnahme durch, ein „Green Landing“. Ein zusammen mit der schwedischen Luftfahrtverwaltung entwickeltes Navigationssystem kommuniziert zwischen Pilot, Bordcomputer und Luftsicherung am Boden und legt präzise den Zeitpunkt der Landung fest. Dadurch muss das Flugzeg nicht wie sonst mit voller Geschwindigkeit sinken oder über dem Zielflughafen kreisen, um die exakte Ankunftszeit einzuhalten, sondern kann von der Reiseflughöhe bis zur Landebahn schweben – ähnlich, wie wenn man bergab im Auto den Fuß vom Gaspedal nimmt.

Klingt simpel, ist aber eine Weltneuheit. Bisher hat die Boeing-737-Flotte von SAS 20.000 grüne Flüge durchgeführt: Bei jeder Landung werden etwa 150 Kilogramm Kerosin und 475 Kilogramm Kohlendioxidabgas eingespart. Bei großen Langstreckenflugzeugen ist das Sparpotenzial wesentlich höher: 200 bis 300 Kilogramm Kerosin und 600 bis 950 Kilogramm Kohlendioxid. Das wird nun seit Dezember 2007 auf dem Flug von New York nach Stockholm mit dem Airbus A 330 getestet. Denn derzeit werden vier Prozent des weltweiten Treibhausgases durch den Flugverkehr verursacht, Tendenz steigend. Würde der Flugverkehr, wie die Europäische Kommission vorgeschlug, demnächst in den Emissionshandel aufgenommen, könnte sich das grüne Fliegen weiter durchsetzen.



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