Was die Zahl 9 in Burma bedeutet

Dr. Khin Lützow

Ganz oben. Die nordischen Länder (Ausgabe I/2008)


Im Leben jedes Burmesen spielt die Zahl 9 eine wichtige Rolle. Dies rührt von einem Aberglauben her, der vermutlich seine Wurzeln im antiken Asien hat. Uneins ist man sich darüber, ob die 9 eher Glück oder Unheil bringt. Sitzen neun Leute in einem burmesischen Bus, legt man einen Stein hinein, um auf zehn Passagiere zu kommen. „Herr Stein“ soll das Unglück von den Reisenden fernhalten. Ein weiterer Aberglaube: Möchte man das Schicksal hinsichtlich der beruflichen Zukunft gnädig stimmen, so stelle man neun Früchte, neun Glas Wasser, neun Kerzen, neun Löffel gekochten Reis, neun Süßigkeiten und neun Blumen zusammen. Nun sage man neunmal ein Gebet auf, und zwar neun Tage lang morgens um neun Uhr. Denn: Neun mal neun ist 81, die Quersumme von 81 wiederum ist neun. General Ne Win, verstorbener Diktator des Landes, erwies sich als besonderer Anhänger des Aberglaubens. Während seiner Herrschaft wurden die 45- und 90-Kyat-Banknoten eingeführt: durch 9 teilbare Zahlen. Die Namensänderung Burmas zu Myanmar ist ebenfalls auf ihn zurückführen. Verkündet wurde sie am 27. (Quersumme 9) Mai 1989. Auch die diesjährigen Proteste orientierten sich an der Zahl 9: Einige wurden für 07.02 Uhr, 08.01 Uhr und Punkt 9 Uhr angesetzt. Ich wohne seit neun Jahren in der Hausnummer 9. Als Burmesin steht mir jetzt einmal eine Portion Glück zu.



Ähnliche Artikel