Wie Frauen in Mali sich etwas leisten können

von Barbara Rocksloh-Papendieck

Good Morning America. Ein Land wacht auf (Ausgabe III/2009)


Jeden Dienstag zahlt jede Frau umgerechnet 75 Cent in die Kasse ein und jeden Dienstag erhält reihum eine von ihnen die Sparsumme von etwa 13 Euro. „Tontine“ heißen diese Gruppen, die sich aus Frauen derselben Nachbarschaft, Altersgruppe oder dem gleichen Gewerbe zusammenschließen. Durch diese Art zu sparen realisieren die Frauen mit kleinen Beiträgen eine größere Summe. Ohne die Kontrolle und Hilfe der Gruppe wäre das Sparen für Penda Alpha zu schwierig und andere Kreditmöglichkeiten hat sie nicht. Von dem Geld kauft sie Kleidung. „Bei uns zahlen die Frauen selbst für ihre Kleidung und die ihrer Kinder. Dass der Ehemann dabei hilft, ist selten.“ Ist die letzte Teilnehmerin in den Genuss der Auszahlung gekommen, findet sich immer eine neue Gruppe zusammen. „Mama“ nennen die Frauen die gewählte Präsidentin ihrer Tontine. Die Mama kassiert die Beiträge, zählt das Geld und zahlt aus.

Tontinen gibt es auch in den Städten. In Bamako trifft sich eine Gruppe von 20 Tuchfärberinnen jeden ersten Samstag im Monat bei der Frau, die die Ausschüttung erhält. Die Reihenfolge wird vorab ausgelost. Jede Frau zahlt umgerechnet 75 Euro ein. Die Auszahlung liegt hier bei 1.500 Euro. Damit lassen sich schon größere Geschäfte finanzieren, städtische eben.



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