Feindberührung

Niels Haase

Wir haben die Wahl. Von neuen und alten Demokratien (Ausgabe III/2008)


Stellen Sie sich vor, die Ferien sind da. Ein paar Wochen lang nichts als sich in der Sonne aalen und in den Wellen planschen. Doch etwas könnte diese schöne Aussicht trüben: Quallen. Dank Überfischung und Klimawandel ist ein explosionsartiger Populationszuwachs der gallertartigen Organismen zu beobachten, den der Meeresbiologe Jeremy Jackson vom renommierten Scripps Institute in Kalifornien als „Rise of the Slime“ bezeichnet. Hinzu kommt, dass Quallen kaum natürliche Feinde haben, dank ihrer mit Nesselzellen ausgestatteten Tentakel. Bei Berührung mit einem Fremdkörper, zum Beispiel Ihnen, platzt eine solche Zelle auf, woraufhin ein Nesselfaden herausschießt und ein giftiges Sekret abgibt, das einen brennenden Schmerz verursacht: der Kuss der Medusa.
 Jetzt gibt es Abhilfe. Israelische Forscher untersuchten die Haut des Clownfisches, welcher sich unbehelligt zwischen Seeanemonen, einer weiteren Nesseltierart, bewegt. Sie fanden eine Schleimschicht, die den Nesselzellen vorgaukelt, es handele sich nicht um einen Feind sondern um einen eigenen Fangarm, und dadurch ihre Reaktion lahmlegt. Die Forscher entwickelten hieraus eine synthetische Lotion, die Ihnen jetzt als Quallenschutzcreme zur Verfügung steht. Zusätzlich bietet sie Sonnenschutz in den Stärken 15 und 30. So gut ausgerüstet müssen Sie nur noch mit den stetig wachsenden Touristenschwärmen fertig werden. 

AMV Sonnen- und Quallenschutz ist in Apotheken erhältlich



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