Die beliebtesten Studienfächer in Katar

Sebastian Kubitschko

Ganz oben. Die nordischen Länder (Ausgabe I/2008)


1 Kommunikation, Massenkommunikation, Informations- und Bibliothekswissenschaft: 633 Studierende 
 
2 Geschichte und Geographie: 618 
 
3 Islamisches Recht Rechtswissenschaft und Ursprung Islamischen Rechts: 504 
 
4 Betriebswirtschaftslehre: 405 
 
5 Arabische Sprache: 398
 
6 Informatik: 343 
 
7 Rechtswissenschaft: 276 
 
8 Fremdsprachen: 208 
 
9 Mathematik und Physik: 199 
 
10 Sportunterricht und Sportwissenschaft: 169 
 
 
1 Kommunikation
Für die 920.000 Einwohner des Halbinselstaates Katar steht nur eine Universität zur Verfügung, die „University of Qatar“ in der Hauptstadt Doha, gegründet 1973. Dort werden alle geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer auf Arabisch, die Naturwissenschaften, das Ingenieurwesen und betriebswirtschaftliche Fächer auf Englisch unterrichtet. Im Fach „Kommunikation“ lernen die Studierenden zunächst Grundlagen der Kommunikationsgeschichte, der neuen Medien sowie der Informations- und Bibliothekswissenschaften, danach spezialisieren sie sich. Das Fach schließt wie alle Studiengänge im achten Semester mit einer Bachelorarbeit ab. 
 
3 Islamisches Recht
Wer an der Universität von Katar Islamisches Recht studiert, beschäftigt sich mit der Entstehung, der historischen Entwicklung und der gegenwärtigen Handhabung der Scharia. Diese ist das umfassende Rechtssystem der Muslime, das auf dem Koran und der Sunna, den Handlungen des Propheten Mohammed, beruht. Sie umfasst alle Bereiche des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens und besitzt einen Regelungsgehalt, der über die rein juristische Dimension hinausgeht. Ursprünglich meint der arabische Begriff den Pfad in der Wüste, der zur Wasserquelle führt. Aufgrund der vieldeutig auslegbaren Anweisungen des Korans wird die Scharia sehr unterschiedlich verstanden und angewandt. 
 
8 Fremdsprachen
Kein Mann studiert in Katar Englisch, die einzige Fremdsprache an der Universität, aber 208 Frauen. Neben Linguistik, Grammatik und englischsprachiger Literatur verfassen die Studentinnen Essays und Übersetzungen. Das unausgewogene Geschlechterverhältnis in diesem Fach, aber auch an der gesamten Universtität – 74 Prozent der insgesamt 7.023 Studenten sind weiblich – hat zwei Gründe: Frauen müssen einen deutlich höheren Bildungsabschluss als Männer nachweisen, um sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen, und Männer besuchen eher Universitäten im Ausland besuchen, da sie freier reisen dürfen. Eine Frau, Professorin Sheikha Al-Misnad, leitet übrigens die Universität.



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