Geduldeter Macher

Wir haben die Wahl. Von neuen und alten Demokratien (Ausgabe III/2008)


„Ich kann nicht akzeptieren, dass Afrika auf Hunger, Krieg und Krankheiten reduziert wird“, sagt Hamado Dipama. Im September 2007 veranstaltete er den ersten panafrikanischen Kongress in Deutschland, der nächste ist für April 2009 geplant. Als Student war Dipama im Untergrund Burkina Fasos politisch aktiv und kämpfte gegen die Militärs, die sich 1987 an die Macht geputscht hatten. Als ein Kommilitone vom Militär ermordet und sein eigenes Leben bedroht wurde, floh Dipama 2002 nach München, hier hat er den Status eines „Geduldeten“ und engagiert sich für andere. „Die Asylsuchenden in Deutschland sind Sozialhilfeempfänger und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Wenn ich Ungerechtigkeiten sehe, muss ich etwas tun.“ Er ging zur „Karawane München“, die sich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzt. Heute ist der 34-Jährige unter anderem ehrenamtlicher Sprecher des bayerischen Flüchtlingsrates. Neben seinem politischen Engagement arbeitet er über 70 Stunden die Woche – nachts bei der Post und tagsüber als Praktikant bei einer Firma, die Solartechnik herstellt.



Ähnliche Artikel

Was vom Krieg übrig bleibt (Thema: Krieg)

Kleine Deutsche basteln

von Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir floh 1940 vor dem Einmarsch der deutschen Truppen aus Paris in die französische Provinz. In ihrem Tagebuch beschreibt sie die ersten Begegnungen zwischen deutschen Wehrmachtssoldaten und Franzosen

mehr


Talking about a revolution (Bücher)

Begegnung mit Walfängern

von Marko Martin

Charles King erinnert an den Anthropologen Franz Boas und seine Mitstreiterinnen, die mit ihren Studien über Inuit und Polynesier als erste Forscher rassistische Theorien widerlegten

mehr


Frauen, wie geht's? (Köpfe)

Von Bagdad nach Berlin

Martin Kobler ist der neue Leiter der Kultur- und Kommunikationsabteilung im Auswärtigen Amt. Der 54-jährige Stuttgarter ist Jurist und ein Kenner der islamisch...

mehr


Freie Zeit. Was Menschen tun, wenn sie nichts zu tun haben (Bücher)

Deutschland – Frankreich

von Gudrun Czekalla

„Le plus bel enfant du traité de l’Elysée“ – als schönstes Kind des Elyseevertrages wird das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) gern bezeichnet. Als es 1963...

mehr


Toleranz und ihre Grenzen (In Europa)

Ein Erfolg der Geschichte

von Valéry Giscard d’Estaing

Was das deutsch-französische Verhältnis für Europa bedeutet

mehr


Wir haben die Wahl. Von neuen und alten Demokratien (Bücher)

Bilaterale Kulturbeziehungen

von Gudrun Czekalla

Die Ziele, die die französische Besatzungsmacht in Deutschland verfolgte und welchen Stellenwert die Jugendpolitik dabei hatte, untersucht Jacqueline Plum. Sie ...

mehr