Britische Chimären

Wir haben die Wahl. Von neuen und alten Demokratien (Ausgabe III/2008)


Nach den USA, China und Südkorea tritt jetzt auch Großbritannien mit dem Anspruch auf, der medizinischen Forschung unter strengen Auflagen neue Perspektiven zu öffnen und damit neue Hoffnung für Millionen von Menschen.
Thomas Kielinger in DIE WELT (Berlin) vom 21.05.2008

Beworben wird die Gesetzesvorlage als rechtlich notwendig, um England an die Spitze der internationalen biologischen Forschung zu bringen. [...] Damals in den 1940er Jahren waren Deutschland und Japan Weltführer der medizinischen Forschung und verdankten diesen Umstand all dem, was ihre Ärzte jüdischen beziehungsweise mandschurischen Menschen antun durften. Länder, die nicht so „fortschrittlich“ über die Erfordernisse der Forschung dachten, riskierten zurück zu fallen.
David Warren in THE OTTAWA CITIZEN vom 21.05.2008

Diese Chimäre steht für die Hybris des forschenden Menschen, der in seinem Forscherdrang so sein will wie Gott. [...]Die Vergottung des Menschen durch sich selbst ist ihm, dem Menschen, noch selten gut bekommen. Der Mensch an sich ist eben nur ein Mensch und kein Gott. Das ist das Menetekel, das [...] an der Wand geschrieben steht.
Alexander Görlach in CICERO (Potsdam) vom 20.05.2008

Die Debatte über zytoplasmische Hybride ist stellvertretend geworden für die Diskussion über Stammzellenforschung per se. Fast alle Kritiker der Gesetzesvorlage sind leidenschaftliche Gegner des gesamten Forschungsbereichs – meist aus religiösen Gründen. [...] Wer die Forschung zu Hybriden ablehnt, sollte seine Motive offen legen.
James Randerson in THE GUARDIAN (London) vom 12.05.2008



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