Weshalb Italiener nicht ohne Sonnenbrille auskommen

Laura Biagiotti

Wir haben die Wahl. Von neuen und alten Demokratien (Ausgabe III/2008)


Für Italiener ist die Sonnenbrille ein absolutes „must have“, ein unverzichtbares Accessoire im alltäglichen Leben. Es heißt, dass in Italien die Sonne öfter und intensiver scheint als in Nordeuropa. Eine Sonnenbrille zu tragen ist also nicht nur eine Angewohnheit, sondern auch eine Notwendigkeit. Außerdem denke ich: Je mehr man sich daran gewöhnt, desto weniger kann man darauf verzichten.Die Sonnenbrille schützt nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor neugierigen Blicken. Ich selbst ziehe immer eine zur Tarnung auf, wenn ich reise oder shoppen gehe. So fühle ich mich etwas weniger erkennbar.Eine Sonnenbrille in der Diskothek oder im Dunkeln anzuziehen, ist Teil einer ziemlich selbstgefälligen Pose. Man will cooler wirken und sich eine bestimmte Haltung geben. Damit werden wahrscheinlich Stars imitiert, die hoffen, durch dieses Verhalten von den Paparazzi unerkannt zu bleiben. Wenn ich einen Tipp zum Anstand geben darf, würde ich empfehlen, eine Sonnenbrille nur im Freien zu tragen, aber auch sonst für alle Fälle immer eine zur Hand zu haben.



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