Was die Zahl 4 in der Kultur der Navajos bedeutet

Moroni Benally

Wir haben die Wahl. Von neuen und alten Demokratien (Ausgabe III/2008)


Der Eigenname der Navajo-Indianer in den Vereinigten Staaten von Amerika ist „Diné“, das bedeutet „Menschenvolk“. Im Schöpfungsmythos der Diné wird ihre spirituelle Geschichte durch Sinnbilder vermittelt. Die Zahl Vier spielt dabei kulturell eine wichtige Rolle. Sie steht sinnhaft für die Vollkommenheit, sowohl die körperliche wie auch die spirituelle. Gemäß ihrer Schöpfungsgeschichte sind die Diné durch vier Welten gegangen. Die Tage gliedern sich für sie in vier Teile. Es gibt vier Bestandteile, die das elementare Wesen eines Menschen bestimmen: Verstand und Herz, Gefühl, Körper, Familie. Und es gibt vier Bitten an die Heiligkeiten in den Gebeten der Diné. Kleinen Kindern muss man ein Gebet viermal beibringen, damit sie es für immer kennen, denn wenn Handlungen viermal ausgeführt wurden, gelten sie als dauerhaft gelernt. Darüber hinaus repräsentiert die Vier geografische Vollständigkeit. Wird in feierlichen Weihen die Vier wiederholt beschworen, bedeutet das Ganzheit und Gleichgewicht.



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