Bilaterale Kulturbeziehungen

Gudrun Czekalla

Toleranz und ihre Grenzen (Ausgabe III/2007)


Die Bilanz der sowjetischen Kulturpolitik kann sich auf den ersten Blick sehen lassen: Zwei Drittel des Buchbestands in den öffentlichen Bibliotheken war 1949 sowjetischer Herkunft, der Anteil der neu eingestellten Lehrer lag zwischen 50 und 80 Prozent, und ein Drittel der neu zugelassenen Studenten entstammte der Arbeiter- und Bauernklasse. Diese Zahlen sind allerdings sehr umstritten. Umso größere Bedeutung kommt der wissenschaftlichen Erforschung der sowjetischen Kulturpolitik in Deutschland zu. Der Band ist gemeinsam von deutschen und russischen Archivaren und Wissenschaftlern im Auftrag der „Gemeinsamen Kommission zur Erforschung der Jüngeren Geschichte der Deutsch-Russischen Beziehungen“ herausgegeben worden und enthält eine repräsentative Auswahl von 150 Dokumenten aus russischen Archiven. Teil eins des Dokumentenbandes beschäftigt sich mit den allgemeinen Rahmenbedingungen, der Kontrolle und Lenkung der Kulturpolitik. Teil zwei enthält Archivmaterial zu einzelnen Bereichen von Bildung und Wissenschaft wie Schulen und Hochschulen und Teil drei ist dem Thema Kulturpropaganda gewidmet.


Die Politik der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD): Kultur, Wissenschaft und Bildung 1945–1949. München: K.G. Saur, 2005. 468 Seiten.



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