Sprachenpolitik

von Gudrun Czekalla

Was vom Krieg übrig bleibt (Ausgabe I/2007)


Wozu dienen Sprachen? Für die einen sind sie Instrument zur Verständigung, für die anderen Ausdruck der Identität einer Gemeinschaft und Spiegel ihrer Werte und Kultur. Für die Vertreter dieser Haltung, zu denen sich auch der Autor dieser Studie zählt, stellt die Dominanz einer einzigen Sprache eine Bedrohung dar. Im ersten Teil beschreibt Claude Hagège die Ausstrahlung der französischen Sprache und Kultur seit dem Mittelalter und konstatiert, dass die internationale Attraktivität französischer Kultur heute auf das Kino beschränkt sei. Dieser Entwicklung wird die Stellung des Englischen in der Welt gegenübergestellt. Im zweiten Teil der Untersuchung macht der Autor Vorschläge, wie die Vorherrschaft des Englischen möglicherweise umzukehren sei und wie die bedrohte kulturelle Vielfalt wiederhergestellt werden könne. Dabei geht er auf die Rolle der Francophonie, der Sprachenpolitik der Europäischen Union und Frankreichs in den letzten Jahrzehnten ein.

Combat pour le Français. Au nom de la diversité des langues et des cultures. Claude Hagège. Paris: Odile Jacob, 2006. 245 Seiten.



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