... in Kiribati

von Taberannang Korauaba

Toleranz und ihre Grenzen (Ausgabe III/2007)


Die Amtssprache der Republik, einer ehemaligen Britischen Kolonie, ist Englisch, die Landessprache Kiribati. Das Land hat etwa 100.000 Einwohner, die I-Kiribati. Die politische Landschaft in Kiribati wird durch die herrschende Partei bestimmt. 31 der 42 derzeitigen Parlamentsmitglieder gehören der Regierungspartei „Boutokaan te Koaua“ (Unterstützer der Wahrheit) an, die Opposition „Maneaban te Mauri“ (Saal des Wohlstands) stellt nur 11 Abgeordnete. Während sich das Parlament auf seine letzte Sitzung vom 28. Mai bis zum 5. Juni 2007 vorbereitete, begann der Wahlkampf. Gemäß der Landesverfassung müssen innerhalb von drei Monaten nach der letzten Sitzung des Parlaments Wahlen abgehalten werden. Der Präsident wird in einem weiteren Wahlgang nach den Parlamentswahlen direkt vom Volk gewählt.

Die Oppositionspartei beschuldigt derzeit die Regierung, die steigende Verschuldung des Landes verursacht und Versprechen nicht eingelöst zu haben. Die Regierung hat ihrerseits gerade die Inseln bereist, offiziell um sich über die Auswirkungen ihrer Politik der vergangenen vier Jahre zu informieren, nicht zuletzt aber um die Öffentlichkeit für sich zu interessieren und für Vertrauen in die Regierungsarbeit zu werben. Auf einigen Inseln war die Delegation des Präsidenten nicht willkommen. Auf Tabiteuea North und Abaiang wurde dem Präsidenten Anote Tong sogar der Zutritt zur örtlichen Versammlungshalle verwehrt. Eine Gruppe von Männern verwies die Politiker der Insel. Auf einigen anderen Inseln, vor allem im Norden und im Zentrum, wurden der Präsident und seine mitreisenden Minister dagegen herzlich empfangen.

Kiribati hat keine Richtlinien für die Finanzierung von Parteien oder den Umgang mit Parteispenden. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu Kontroversen geführt, besonders als 2003 Taiwan und China gleichermaßen um politischen Einfluss im Land kämpften. Die Regierung von Anote Tong entschied sich für Taiwan, als sie 2003 an die Macht kam, eine Veränderung, die die Volksrepublik China verärgerte sie baute ihre Satellitenstation wieder ab und verließ das Land. Kiribatis Probleme sind ein rasantes Bevölkerungswachstum, wenig Entwicklungsmöglichkeiten und der Raubbau an der Natur. Die niedrig liegenden Inseln sind durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Ein Nachrichtenredakteur von Radio Kiribati meldete: „Die Parlamentsabgeordneten werden zunächst individuelle Wahlkämpfe führen, um ihre Sitze im Parlament zu sichern. Erst danach stellen sie Grundsatzprogramme für ihre Parteien auf.“ Einer der Punkte im Wahlprogramm der Regierung ist der Aufbau einer eigenen Fischverarbeitung, die Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung schaffen soll. Kiribati hat einen reichen Ozean, seine Männer aber sind Angestellte von Fischereiketten aus Übersee. Das soll sich nach dem Willen der Regierung in Zukunft ändern. 

Aus dem Englischen von Karola Klatt



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