Die meistverkauften Blumen in Japan

Nikola Richter

Toleranz und ihre Grenzen (Ausgabe III/2007)


1 Chrysantheme (108.640.000)
 
2 Rose (32.125.000)
 
3 Nelke (30.810.000)
 
4 Gerbera (15.146.000)

5 Orchidee (12.734.000)

6 Glockenblume (8.164.000)
 
7 Breitblättriger Strandflieder (7.195.000) 

8 Zierbüsche und Zierbäume (5.496.000)
 
9 Alpenveilchen (4.764.000)
 
10 Grünpflanzen (2.816.000)
 
 
1 Chrysantheme
Seit der Wiedereinsetzung des japanischen Kaisers im Jahre 1868 gilt die Chrysantheme als japanische Nationalblume und kaiserliches Symbol. Sie blüht spät im Jahr, wenn andere Blumen verwelkt sind, und versinnbildlicht somit Unsterblichkeit und Vollkommenheit. Im Deutschen kennt man sie auch unter dem Namen „Winteraster“, auf Japanisch heißt sie „kiku“, „Abendsonne“. Die gelbe Blüte befindet sich stilisiert mit sechzehn Blättern auf dem japanischen Staatswappen. Weiterhin heißen der kaiserliche Thron und Palast „Chrysanthementhron“ und „Chrysanthemenpalast“. Auch der höchste japanische Staatsorden ist nach dieser Blume benannt. Durchschnittlich kauft fast jeder der 127 Millionen Japaner monatlich eine Chrysantheme. 
 
3 Nelke
Das japanische Frauenfußballteam heißt „Nadeshiko Japan“, übersetzt „Japanische Nelke“. Dieser ungewöhnliche Kicker-Name erinnert nicht nur an die in Japan beliebte rosafarbene Blume, sondern auch an die „Nelke aus Yamato“, die „Yamato Nadeshiko“, das klassische japanische Frauenideal. Die ideale Frau ist stets hübsch gekleidet, hat einen starken Willen, Durchsetzungskraft und erträgt still ihre Schmerzen. Ihre Erfüllung findet sie – eine Art Mischung aus Geisha, Hausfrau und Samurai – in der Gründung einer Familie und im Schutz ihrer Heimat. Die Provinz Yamato gilt als Keimzelle des heutigen japanischen Staates. 
 
9 Alpenveilchen
Das Alpenveilchen ist die Bestseller-Topfpflanze in Japan. Mehr als 30 Millionen Pötte werden jeden Winter verkauft. Der Trend entwickelte sich in den 1970er Jahren, als der Sänger Akira Fuse mit dem Song „Shikuramen No Kaori“ („Ein Duft von Alpenveilchen“) einen Riesenhit landete. 1982 wurde eine Alpenveilchen-Messe ins Leben gerufen, die seitdem jeden November stattfindet.

Quelle: Ministry of Agriculture, Forestry and Fishery, Japan. Die Zahlen beziehen sich auf den Blumenverkauf im November 2006.



Ähnliche Artikel

Ich und die Technik (Ein Haus in:)

Leben in der Mini-Kapsel


mehr


Zweifeln ist menschlich. Aufklärung im 21. Jahrhundert (Themenschwerpunkt)

Nicht mehr beherrschbar

Raji C. Steineck

Die Katastrophe von Fukushima hat die Welt verändert – und die Japaner auch

mehr


Treffen sich zwei. Westen und Islam (Magazin)

Planschen mit dem Nachbarn

Anke Hoffmann

Wie ein japanisches Kunstfestival in einer Wohnsiedlung Anwohner, Künstler und Besucher zusammenbringt

mehr


Zweifeln ist menschlich. Aufklärung im 21. Jahrhundert

Helfen ist schwer

Wer in Katastrophengebieten arbeitet, muss in der Lage sein, mit Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen zu kommunizieren. Einige Beispiele

mehr


Rausch (Die Welt von morgen)

Japan: Robotersalate

In der japanischen Stadt Kameoka eröffnet Anfang 2017 die erste vollautomatisierte Gemüsefabrik.

mehr


Heiße Zeiten. Wie uns das Klima verändert (Die Welt von morgen)

Japan: Zehntausende Hundertjährige

Die Zahl der Japaner, die hundert Jahre alt sind, stieg im Jahr 2007 auf 32.295, davon waren 85,7 Prozent Frauen. Die Zahl der japanischen Hundertjährigen hat s... mehr