Hässliche Teutonen

Renate Heugel

What? Wie wir fremde Sprachen übersetzen (Ausgabe II+III/2011)


Andrea Hindrichs untersucht erstmals umfassend die deutsche Auswärtige Kulturpolitik in Italien in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach einer kurzen Einführung in das Forschungsgebiet werden die Stereotpye des deutschen Italien- und des italienischen Deutschlandbilds beleuchtet. Das dritte Kapitel liefert einen Überblick über die Auswärtige Kulturpolitik im 20. Jahrhundert von der Gründung der Kulturabteilung im Auswärtigen Amt nach dem Ers-ten Weltkrieg bis zu ihrer Wiedereinrichtung im Jahr 1951. Das vierte Kapitel betrachtet das deutsch-italienische Kulturabkommen von 1956 und zeigt auf, in welcher Weise es sich dabei um eine Instrumentalisierung der Kultur für machtpolitische Zwecke handelte. Im Folgenden werden die wichtigsten deutschen Mittlerorganisationen und ihre Arbeit vorgestellt, außerdem Persönlichkeiten, welche die Kulturbeziehungen besonders geprägt haben. Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit dem in den 1950er-Jahren einsetzenden Massentourismus, dem Bild des „hässlichen Deutschen“ im italienischen Film und den italienischen Arbeitnehmern in der Bundesrepublik.

„Teutonen“ in Arkadien. Deutsche auswärtige Kulturpolitik und Kulturvermittlung in Italien von 1949–1970 zwischen Steuerungsversuch und dem Wunsch nach Anerkennung. Von Andrea Hindrichs. Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München, 2010. 392 Seiten.



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