Atomare Bedrohung

What? Wie wir fremde Sprachen übersetzen (Ausgabe II+III/2011)


Die Katastrophe von Japan hat auch im fernen Berlin ein Erdbeben ausgelöst, zum Glück nur ein politisches. Die Regierung hat angekündigt, sieben Atomkraftwerke vorübergehend stillzulegen. (...) Wenn Deutschlands mächtige Industrie jetzt beginnt, ernsthaft nach Technologien für eine atomfreie Zukunft zu suchen, entsteht ein Sog, der den ganzen Kontinent mitzieht. 
 David Nauer in TAGES-ANZEIGER (Zürich) vom 15.3.2011 
 
 Es wäre eine düstere Aussicht für Israel, wenn Japan und andere Länder nun abhängiger vom Öl aus dem Nahen Osten würden. Nach den Ereignissen in Fukushima wäre Israel deshalb gut beraten, seine Anstrengungen zu verstärken, alternative Energiequellen wie Sonne und Wind zu erschließen – und sein eigenes Atomprogramm sorgfältig zu überdenken.
 HAARETZ (Tel Aviv) vom 16.3.2011 
 
 In Kalifornien gibt es zwei AKW (...). Keines der beiden würde einem Erdbeben standhalten, das auch nur annähernd so stark ist wie jenes, das jetzt Japan traf. (...) Man hält es für klüger, Geld für die präventive Erdbebenaufklärung der Bevölkerung auszugeben als für die Sicherheit der Meiler. Noch klüger wäre es gewesen, in einem Erdbebenstaat wie Kalifornien gar nicht erst Atomkraftwerke zu bauen. (...) Die Kosten-Nutzen-Rechnung der Kernkraft geht nicht auf.
 LOS ANGELES TIMES vom 14.3.2011
 
 Während seines Russlandbesuchs sagte der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdo?an: „Ich glaube, dass unser Plan, ein AKW in der Ortschaft Akkuyu zu bauen, eine weltweit vorbildliche Investition sein wird.“ Auf einer Pressekonferenz mit Präsident Dmitry Medwedew im Kreml sagte er: „Unser Zeitplan in puncto Kernenergie bleibt bestehen. Sollten wir etwa kein AKW bauen, nur weil es ein Erdbeben geben könnte?“
 HÜRRIYET (Istanbul) vom 17.3.2011



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