Die Mangostange - Die Königin der Früchte

von Karola Klatt

Treffen sich zwei. Westen und Islam (Ausgabe II/2009)


Stellen Sie sich vor, Sie sind im Schlaraffenland, was würde Ihnen dort in den Schoß fallen? Bei mir wäre das eine Mangostane. Diese dunkelrot-bräunliche Kugel von der Größe einer Tomate gilt in Thailand als Königin der Früchte. Die dicke Rinde schneidet man mit einem Messer an, teilt die Frucht und findet ihr weißes Fruchtfleisch im Schaleninneren appetitlich präsentiert. Fünf bis acht mundgerechte Spalten betören mit ihrem köstlichen milden süß-sauren Geschmack Einheimische und Touristen gleichermaßen. Einziger Wermutstropfen sind die recht großen Kerne, die sich manchmal im Inneren des Fruchtfleischs verbergen.

Satt wird man von Mangostanen kaum, aber glücklich. Sie wachsen an immergrünen Laubbäumen, deren Ursprung im Nordosten Malaysias vermutet wird. Mangostanen werden heute in vielen südostasiatischen Ländern, aber auch in Süd- und Mittelamerika und in Australien angebaut. Wegen ihrer kurzen Haltbarkeit und vielleicht auch ihres geringen Nährwerts widersetzen sie sich bis heute einem Massenexport. Nur die Wellnessindustrie setzt neuerdings ekstatisch auf dieses Naturwunder und preist seinen vielfältigen medizinischen Nutzen – von antibiotischer Wirkung bis zur Anti-Aging-Kraft – in Form von Säften und Dragees an, so wie seinerzeit Aloe Vera. Als weißes Fleisch im weinroten Mantel ist mir die Königin der Früchte aber lieber.
 

Mangostanen sind erhältlich für 8,90 Euro pro Kilo bei www.tropenkost.com



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