Deutschland – Afghanistan

von Gudrun Czekalla

Treffen sich zwei. Westen und Islam (Ausgabe II/2009)


Der Beginn der Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. Die erste deutsche Oberrealschule wurde 1923 in Kabul gegründet die afghanische Auslandsgermanistik und die deutsch-afghanische Hochschulzusammenarbeit entwickelten sich in den 1960er-Jahren. Selbst über Krisen und historische Umbrüche hinweg hatten die Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern Bestand. Warum die deutsche Sprache und Kultur in Afghanistan so großes Ansehen genießen, untersuchen die Autoren dieser Aufsatzsammlung. Neben dem Deutschunterricht in Schule und Hochschule beschäftigen sie sich mit der Entstehungsgeschichte des Goethe-Instituts in Kabul und den Angeboten zum Deutsch-Lernen der Deutschen Welle sowie der deutsch-afghanischen Kulturgesellschaft Herat. Ebenfalls untersucht werden die bildungspolitische Zusammenarbeit zwischen der DDR und Afghanistan und der Stand des Deutschen als Wissenschaftssprache. Die Rolle der deutschen Orientalisten bei der Verbreitung persischer philosophischer und mystischer Texte in Deutschland und das Afghanistanbild in der deutschen Literatur sind weitere Aspekte der Sammlung.

Lessing in Kabul. Deutsche Sprache, Literatur und Germanistik in Afghanistan. Hrsg. von Susan Zerwinsky. Iudicium-Verlag, München, 2008. 245 Seiten.



Ähnliche Artikel

Freie Zeit. Was Menschen tun, wenn sie nichts zu tun haben (Was anderswo ganz anders ist)

Wie man in Südafrika sprachlos wird

von Nadine Gordimer

Erst als Frau mittleren Alters wurde mir bewusst, dass ich in einem Land mit elf Sprachen lebte, neun indigenen sowie Englisch und Afrikaans, das aus dem Nieder...

mehr


Une Grande Nation (Thema: Frankreich)

Tour de France

Den Louvre in Paris kennen alle, aber was sollte man sich in Frankreich sonst noch anschauen? Ein paar Geheimtipps 

mehr


What? Wie wir fremde Sprachen übersetzen (Thema: Übersetzen)

„Mehrsprachig aufzuwachsen, kann ein Manko sein“

ein Gespräch mit Ulrich Köhler

Der Regisseur Ulrich Köhler hat seine Kindheit in Zaire verbracht. In seinem Film „Schlafkrankheit“ erzählt er von einem Entwicklungshelfer, der seine Identität verliert

mehr


Toleranz und ihre Grenzen (Thema: Toleranz)

Angreifbar weil ungreifbar

von Marcel Pott

Die Kritiker des Westens machen uns eines deutlich: dass wir keinen Standpunkt haben

mehr


Iraner erzählen von Iran (Kulturprogramme)

„Der Kulturbetrieb läuft weiter“

ein Gespräch mit Jumana al-Yasiri

Theater spielen mitten im Bürgerkrieg, Romane schreiben im Krisengebiet? Ein Gespräch mit der Kuratorin über das kulturelle Leben in Syrien

mehr


Körper (Bücher)

Bulgarien nach 1989

von Gudrun Czekalla

In Bulgarien kam es nach 1989 in Kultur und Kulturpolitik zu einem Wandel. Doch dieser lief langsamer ab als der Transformationsprozess in Politik und Wirtschaf...

mehr