Computer für Afrika

Was vom Krieg übrig bleibt (Ausgabe I/2007)


In seiner Freizeit sammelt der aus Ghana stammende Gideon Hayford Chonia Schrott. Mit ehrenamtlichen Helfern verschickt der Informatiker an der Universität Zürich ausrangierte Computer großer Firmen in afrikanische Staaten. Angefangen hat alles vor 25 Jahren mit nicht mehr benötigten Computern von Freunden, die Chonia nach Ghana brachte. Heute versorgt er vor allem Schulen in Ghana mit noch funktionstüchtiger Hardware. Ebenso wichtig ist ihm, dort die nötige Software bereitzustellen und Wissen zur eigenständigen Entwicklung von Programmen zu vermitteln.

Nur so könne jungen Menschen in Afrika eine Perspektive geboten werden. Der wichtigste Bestandteil dafür sei Open Source Software wie das Betriebssystem Linux, dessen Quelltext nicht geschützt ist und von jedem benutzt werden kann. Unterstützt durch die Shuttleworth Foundation in Südafrika wurde daher der „Freedom Toaster“ entwickelt. Die Maschine ähnelt einem Süßigkeitenautomaten, der statt mit Schokoriegeln mit freier Software, Bildern, Musik und Literatur bestückt ist. Wer einen CD-Rohling mitbringt, kann sich an einem der 23 orangefarbene Geräte das gewünschte Produkt brennen. Für sein unermüdliches Engagement erhielt Chonia 2005 den „African ICT Achievers Award“ der südafrikanischen Forge Ahead Foundation – die Auszeichnung gilt als afrikanischer IT-Oscar.

„Das Internet ist für Afrikas Geschmack bislang süß-sauer: Die Aussicht auf unbegrenzte, globale Vernetzung und freien Informationsaustausch ist zuckersüß, der schwierige Weg dorthin hingegen oft ziemlich sauer“, fasst der Informatiker die Situation zusammen. Er zumindest lässt sich nicht entmutigen: Er sucht weiter Computer, Geld für den Transport, sowie Sponsoren für Trainingsprogramme vor Ort, getreu seinem Prinzip „Train the trainees“.



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