Wo Frauen in Syrien Unterwäsche kaufen

von Pelican Mourad

Treffen sich zwei. Westen und Islam (Ausgabe II/2009)


Aufreizend oder züchtig, bunt oder einfarbig, aus Baumwolle oder Fell. In Syrien kommt es durchaus vor, dass Frauen ihre Unterwäsche an Straßenständen kaufen. Meist sind die Händler Männer, wie fast überall im arabischen Raum.

Syrien ist nach westlichen Standards eine konservative Gesellschaft und viele Frauen zeigen sich auf der Straße nur tief verschleiert. Da sticht in aller Öffentlichkeit drapierte Unterwäsche noch mehr ins Auge. Aber unter dem Schleier fühlen sich die Frauen beim Einkaufen geschützt und anonym. Der Unterschied zwischen Tigerfell-BH und Topfreiniger scheint dann gar nicht so dramatisch. Beides sind schließlich Gebrauchsgegenstände.

Viele Frauen in Syrien sind, genau wie in westlichen Ländern, zwar ein wenig peinlich berührt, wenn sie die Größe des neuen Höschens mit einem Unbekannten diskutieren, sie machen es aber trotzdem. Denn immer noch gilt für viele Menschen in Syrien, dass die Frau die Verantwortung für Scheitern und Gelingen der Ehe trägt. Und frau weiß: Die Konkurrenz schläft nicht! Wenn also Unterwäsche des Mannes Kraft und Wille fördert, dann sind kleine Peinlichkeiten Nebensache ...



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